Wien. (red) Die Frage nach dem besten Heurigen ist so unseriös, wie sie unterhaltsam ist. Jeder Wiener hat seinen eigenen Liebling, den er um nichts in der Welt gegen einen anderen eintauschen würde. Was für den einen "a leiwande Hittn" ist, ist für den anderen eine üble Spelunke. Und während sich die einen bei ihrem Lieblingsheurigen an Wokfleisch mit Zitronengras ergötzen, wären die anderen nicht einmal bereit, diesem Etablissement das Prädikat "Heuriger" zu verleihen. Doch darüber streiten lässt sich allemal gut. Das zeigt auch die rege Teilnahme an einer Umfrage des Gastronomieführers "Falstaff", welcher Heurige denn nun der beste sei. 25.000 Stimmen wurden abgegeben und mehr als 1500 Heurige bewertet. Teilnehmen durften Heurige aus Wien, Niederösterreich, dem Burgenland und der Steiermark. Für die Bewertung zur Verfügung standen die Kategorien Essen, Wein, Ambiente und Service.

Titel geht an Heurigen in Heiligenstadt

Aus den eingesendeten Urteilen ging der Wiener Werner Welser mit seinem gleichnamigen Weingut und Heurigen als "Heurigenwirt des Jahres 2018" hervor. Die Familie Welser betreibt seit 250 Jahren Weinbau. Der in einem alten Winzerhaus in Heiligenstadt beheimate Heurige wurde so wenig überraschend zum "Urkonzept des Wiener Heurigen" gekürt.

Und weil man nie genug Superlative haben kann, gibt es zusätzlich auch noch einen österreichweiten Sieger. Dieser kommt 2018 aus Niederösterreich: Bei der Weinbeisserei Hager wurden besonders die Modernität und Architektur des Heurigen hervorgehoben.

In der Kategorie Küche gewann ebenfalls ein Wiener. Helmut Krenek am Weingut Göbel in Stammersdorf wurde explizit wegen seiner Leberpastete vom Strohschwein - serviert im Glas mit getoastetem Schwarzbrot - gelobt.

Den besten Wein gibt es laut Umfrage bei Pulker’s (sic!) Heurigem in Rührsdorf. Der Wirt an der unbekannteren Seite der Wachau punktet nicht nur mit seinem eigenen Wein, sondern auch durch sein breites Sortiment, das von gereiften Wachauer Spitzenweinen über große Bordeaux bis hin zu feinsten Burgundern reicht.

2014 eröffnet, brannte der Heurige am Nußberg bereits 2016 ab. In der Folgesaison versorgte die Familie Wieninger ihre Gäste von einem Container aus, bis 2018 der Heurige in neuem Glanz und Cubus-Architektur erstrahlte. Seine Fans sind ungebrochen von dem warmen Ambiente begeistert und hievten den Wiener Heurigen in dieser Kategorie aufs Podest. Einer der Hauptgründe: der herrliche Blick über Wien.

Auch einzelne Landessieger wurden gekürt

Die Kategorie "Service" wurde nicht eigens angeführt. Dafür gibt es noch weitere Sieger, nämlich die Landessieger. In Wien ist dies der Heurige Edelmoser in Mauer, der wegen seines guten Querschnits an Wein, Essen und Gastgarten gelobt wurde. In Niederösterreich gewann die Weinbeisserei der Gebrüder Gebrüder Hermann und Matthias Hager, die wie erwähnt, auch Österreichsieger ist. Im Burgenland erhielt Wachter-Wiesler in Deutsch Schützen die meisten Stimmen. Qualitätsmerkmale sind hier die gute saisonale Küche sowie der Blaufränkische. Last but not least gewann in der Steiermark das Weingut Krispel in Straden, das mit guten Weinen, Essen von einer ausgefallenen Schweinerasse sowie der schönen Vulkanlandschaft überzeugte.