Wien. Snakeboard, E-Scooter, Fahrrad-Rikscha oder vielleicht ein Segway? Die Wiener werden immer kreativer, wenn es darum geht, von A nach B zu kommen. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich in der Bundeshauptstadt einige Alternativen zu Auto, Motorrad und Öffis etabliert. Die "Wiener Zeitung" hat diese unter die Lupe genommen.

Trotz aller Möglichkeiten legen die Wiener den Großteil ihrer Wege immer noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Am von den Wiener Linien erhobenen Modal Split, der die Hauptverkehrsmittelnutzung in Wien abbildet, haben die Öffis einen Anteil von 38 Prozent. Laut Wiener Linien wurden 2017 rund 961,7 Millionen Menschen befördert, das macht etwa 2,6 Millionen Fahrgäste täglich.

Segway. - © Stock Adobe/Fouquin
Segway. - © Stock Adobe/Fouquin

Autos, Motorräder und Co. machen 27 Prozent aller Wegstrecken aus. Laut Statistik Austria waren Ende 2017 insgesamt 870.133 Kraftfahrzeuge registriert. Es werden zwar immer mehr Kfz zugelassen, mit einem Plus von 1,4 Prozent ist das Wachstum in Wien aber am schwächsten. Mit 535 Personenkraftwagen pro 1000 Einwohner weist Wien auch den geringsten Motorisierungsgrad auf. Vor etwa zehn Jahren lagen die italienischen Vespas in Wien übrigens stark im Trend.

Fahrräder werden laut Modal Split für 7 Prozent aller Wege in Wien genutzt. Zwar stellt das Fahrrad damit das am wenigsten genutzte der im Split berücksichtigten Verkehrsmittel dar, scheint aber beliebter zu werden. Die Mobilitätsagentur Wien verzeichnete an ihren Zählstellen in ganz Wien im ersten Halbjahr 2018 genau 3,67 registrierte Millionen Radfahrer. Das entspricht einem Wachstum von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Während der stärkste Radverkehr in der Innenstadt (beispielsweise 598.500 Radfahrer in der Operngasse) und um den Praterstern (496.500 Radfahrer) angesiedelt war, stieg der Radverkehr in der Donaustadt mit 15 Prozent auf 95.500 Radfahrer am stärksten an. Genaue Zahlen zu allen Fahrrädern in Wien gibt es mangels Registrierungspflicht nicht. Laut Analyse des Verkehrsclub Österreichs besitzen aber 61 Prozent der Wiener Haushalte mindestens ein Fahrrad, aber nur 55 Prozent ein Auto.

Mehr als 10.000 Citybike-Kilometer am Tag

Dabei muss aber nicht jeder Wiener gleich ein eigenes Fahrrad besitzen, um ab und zu durch die Metropole zu radeln. Seit mittlerweile 15 Jahren hat sich das Stationsnetz des von der Gewista betriebenen Leihfahrrad-Service "Citybike" als Gelegenheitsverkehrsmittel etabliert. Mittlerweile stehen in Wien 1500 Leihräder an 121 Stationen im gesamten Stadtgebiet verteilt, die überall ausgeliehen und abgestellt werden können. Bezahlt wird mit Bankomat oder Kreditkarte.