2018 wurden bisher mehr als 2,37 Millionen Kilometer auf den Rädern zurückgelegt, an einem Tag weit mehr als 10.000 Kilometer insgesamt. Wobei die Zweiräder zu Anfang nicht gerade liebevoll behandelt wurden. Als sie noch mittels einer speziellen Münze wie bei Einkaufswagen und nicht über ein Anmeldesystem mit Identifikation leihbar waren, verschwanden einige von ihnen - andere wurden kurzerhand in die Donau geworfen.

So erging es übrigens bis zuletzt vielen Rädern der stationslosen Anbieter O-Bike und Ofo, welche sich mittlerweile aus Wien zurückgezogen haben. Der Grund waren angekündigte verschärfte Auflagen seitens der Stadt, um mit den willkürlich abgestellten Rädern besser umgehen zu können.

Neben diesen "klassischen" Fortbewegungsmitteln etablieren sich laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) aber auch immer mehr alternative Verkehrsmittel, die meisten unter die Kategorie "Freizeitsportgeräte" fallen. Dazu gehören neben Scootern - die laut KFV auch für Arbeitswege vermehrt genutzt werden - beispielsweise Inline-Skates, Skateboards, Longboards (die lange Variante des Skateboards), Snakeboards (ein Skateboard mit beweglicher Gelenkstange im Zentrum) oder Kickboards (eine Mischung aus Skateboard und Roller). Die meisten dieser Geräte werden als "fahrzeugähnliche Kinderspielzeuge" eingestuft und dürfen daher auf dem Gehsteig oder in Begegnungszonen benutzt werden.

Insbesondere Skateboards haben sich in den vergangenen Jahrzehnten als Freizeitsportgerät und Fortbewegungsmittel - welches oft selbst zusammengestellt und getuned wird - in Wien etabliert.

In der Stadt gibt es zahlreiche Skateparks, beispielsweise jenen in Hütteldorf, Währing oder im Prater. Auch gibt es eigene Hallen wie die Skatearea in der Perfektastraße in Liesing, wo auch Kurse angeboten werden. Und gemäß dem Ursprungsgedanken der Sportart werden neben eigens gebauten Rampen auch gerne Treppen, Abhänge, Einfriedungen, oder Bänke genutzt.

Mitunter kommt einem in Wien auch jemand auf einem E-Skateboard entgegen. Diese Variante fährt mit einem unterstützenden Elektromotor und wird per Fernbedienung gesteuert. "Für E-Skateboards ist das Interesse gering, aber steigend. Die wenigsten können so etwas überhaupt fahren", meint Wilhelm Breitenhuber.

Der gelernte Maschinenbauingenieur ist mit seinem Unternehmen Yoom am Franz-Josefs-Kai auf Elektromobilität spezialisiert. Ein großer Teil seines Sortiments besteht aus E-Bikes. Die Zweirad-Stromer konnten sich in den vergangenen Jahren aber eher in den westlichen Bundesländern durchsetzen und seien in der Metropole Wien weniger beliebt, meint er.

E-Bikes würden eher als Freizeitsportgerät angesehen und seien aufgrund ihres Gewichts schwerer zu transportieren, erklärt er. Außerdem sei die Angst vor Diebstahl bei einem E-Bike größer, da es neben einem normalen Fahrrad als attraktivere Beute wirke. Nicht zuletzt darf das E-Bike nur zu bestimmten Zeiten in den Öffis mit, fügt er an.