E-Scooter als Mobilitätstrend

"Was meiner Ansicht nach mittlerweile die größte Bedeutung für die Micro-Mobilität insbesondere im innerstädtischen Bereich hat, sind E-Scooter", so Breitenhuber. Um die Jahrtausendwende lagen die zusammenklappbaren Tretroller in ihrer ursprünglichen, mechanischen Form im Trend. Auch viele Erwachsene bis hin zum Anzugträger konnte man auf einem Scooter zu oder von der Arbeit rollen sehen.

Das Konzept der elektrischen Variante ist vor wenigen Jahren aus Deutschland übergeschwappt. Gas gegeben wird dabei mit einem Hebel an der Lenkstange, dort ist auch die Bremse, zusätzlich kann man auch das Hinterrad mechanisch ausbremsen. Laut Breitenhuber seien die Scooter sowohl für die Innenstadt als auch für Pendler attraktiv. Mit einem Gewicht um die zehn Kilogramm sind sie gut tragbar - zusammengeklappt dürfen sie auch in die Öffis.

"Pendler können damit auch während der Stoßzeit aus dem Umland zum Bahnhof, den Scooter im Zug mitnehmen und dann in der Stadt weiterfahren", sagt Breitenhuber. Von der Endstation aus geht es dann mit bis zu 25 km/h in die Arbeit, das ist die vom Gesetz vorgeschrieben Höchstgeschwindigkeit. Denn faktisch sind Scooter einem E-Bike gleichgestellt, man darf mit ihnen also nur auf Radwegen oder der Straße fahren.

Die Nachfrage kann sich für dieses recht junge Mobilitätskonzept auch sehen lassen. Er rechnet damit, in diesem Jahr um die 600 E-Scooter zu verkaufen. Zweistellige Prozentzuwächse bei den Verkaufszahlen sind auch nicht ungewöhnlich. Bei Preisen zwischen 700 und 1400 Euro ein durchaus lukratives Geschäft. Und diese Preise ist die Kundschaft gerne bereit zu zahlen.

"Ich hatte auch schon Kunden, die zu mir kamen, weil ihr E-Scooter gestohlen wurde und sie meinten, sie bräuchten unbedingt sofort einen neuen", erinnert er sich.

Daneben gibt es noch einige weitere elektrifizierte Mini-Fortbewegungsmittel, beispielsweise das One Wheel, das aus einem Rad mit zwei Standflächen an den Seiten sowie Stabilisatoren besteht, oder dem Hoverboard, zwei Räder, zwischen denen man auf dem Gerät steht und durch Balancieren lenkt. Quasi wie ein Segway ohne Lenkstange. Sie alle ordnet Breitenhuber eher bei den Freizeitbeschäftigungen ein.

Segways sind Touristensache

Auch der Segway konnte sich in Wien nicht durchsetzen. Das Potenzial des elektrischen, selbstbalancierenden Standrollers für die Stadt wurde maßlos überschätzt und selbst Preissenkungen konnten die Wiener nicht hinter dem Ofen hervorlocken, erinnert er sich. Segways in Wien werden tatsächlich in der Regel von Touristen oder Teilnehmern von Städteführungen gesteuert.