"Der einzige Markt von Bedeutung ist im Touristenbereich, seien es nun Touren oder die Vermietung. Wiener buchen Segways nur privat oder für Firmenveranstaltungen als Tour", erklärt Rick Watts, Geschäftsführer des Segway- und Fahrradtourenanbieters "Pedal Power". Laut Watts würden Privatpersonen Segwaytouren nur zu besonderen Anlässen buchen, "aber kaum jemand kauft einen Segway für die eigene Verwendung", meint er. Auch der Segway-Verleih im Prater verweist auf die starke touristische Nutzung der Balanceroller.

Wer selber ungern fährt, sondern lieber fahren lässt, ist mit einer Fahrrad-Rikscha bestens bedient. In den 1870er Jahren in Japan für Europäer erfunden, die die japanischen Sänften nicht benutzen konnten, wurden die Handwägen mit Sitzfläche ursprünglich von Menschen gezogen. Mittlerweile werden vermehrt Fahrräder und E-Bikes vor den Karren gespannt, das Konzept hat sich in ganz Europa verbreitet. In Wien kamen die Fahrrad-Rikschas 2001 wieder in Mode. Damals gründete Christoph Ertelthalner sein Fahrrad-Taxi-Unternehmen "Faxi", erst mit drei, später mit zehn Rikschas. "Wir waren damals die Ersten. Jahrzehnte vorher gab es das zwar auch in Wien, aber das verschwand schnell wieder."

Mit der Rikscha zum Flughafen

Anfangs wurden die Fahrradrikschas, die mittlerweile von mehreren Betreibern in den inneren Bezirken angeboten werden, nur von Touristen und "abenteuerlustigen" Einheimischen benutzt, so Ertelthalner. Mittlerweile seien die Wiener mit dem Service warm geworden, beispielsweise für Vergnügungsfahrten zum Wienerbergpark oder Cobenzl.

"Ein großer Teil der weiter entfernten Fahrtziele beginnt oft als Scherzfrage, wie ,Fahrt ihr auch nach Siebenhirten?‘", so der Fahrrad-Taxi-Chef, der auch selbst in die motorisierten Pedale tritt.

Einmal hatte er sogar eine Fahrt bis zum Flughafen. "Zwei Männer haben ihren Junggesellenabschied auf Madeira geplant und wollten mit der Fahrt noch eins draufsetzen", erinnert er sich. Mit Planung sei aber alles möglich. Auf der Autobahn dürfen die maximal 25 km/h schnellen Fahrradtaxis, die als zweispuriges E-Bike gelten, natürlich nicht fahren. Aber ein Radweg oder eine ruhige Straße fände sich oft, beispielsweise ein breiter Donauradweg bis kurz vorm Flughafengelände, betont Ertelthalner.

Apropos Junggesellenabschied: Die Rikschas seien auch bei Hochzeitsgesellschaften beliebt. "Quasi wie ein flexibler Ersatz für Stretch-Limousine oder Kutsche", fügt Christoph Ertelthalner an. Tatsächlich sind Fiaker zwar immer noch in Wien präsent, aber mehr als ungeeignet, um schnell von A nach B zu kommen. Die offenen Pferdekutschen sind nur in der Altstadt und am Zentralfriedhof unterwegs und haben festgelegte Routen, die sie nicht verlassen dürfen.

Während Fahrrad-Rikschas auch bei größer Hitze unterwegs sind, bekommen die Fiakerpferde ab Temperaturen von 35 Grad überdies "hitzefrei" und dürfen laut Stadtverordnung nicht eingesetzt werden. Das und die Preise von bis zu 80 Euro pro Fahrt machen das einstige Pferdetaxi zu einer reinen Touristenattraktion oder zu einem Highlight bei Hochzeiten. Nichtsdestotrotz prägen sie das Wiener Innenstadtbild.

Derzeit sind in Wien 28 Fiakerunternehmen mit mehr als 100 teils historischen Kutschen ansässig. Sie bedienen den Wunsch von Touristen und Einheimischen nach Nostalgieflair. Dazu hat sich übrigens seit 2017 eine weitere Fahrzeugart gesellt. Sogenannte E-Oldtimer stehen nun auch für Stadtrundfahrten zur Verfügung. Anstatt wie beim Original mit der Kurbel und unter starkem Benzinverbrauch werden hier die Motoren elektrisch angeworfen.

Meistens geht es auch zu Fuß

Im Zweifelsfalle lassen sich insbesondere kurze Strecken ohnehin am besten zu Fuß bewältigen. Laut Modal Split wurden 2017 28 Prozent aller Wege in Wien zu Fuß zurückgelegt - um ein Prozent mehr als mit dem Auto. 70 Prozent der Wiener sind täglich "per pedes" unterwegs. Das ist nicht nur gesund, sondern hat auch den Vorteil, dass man sich Staus und Wartezeiten erspart.