Wien. Noch wird eifrig geschweißt, gehämmert, poliert und gestrichen: Der neue Twin City Liner wird um 6,2 Meter länger und um 2,5 Meter breiter als seine beiden "Brüder", die er künftig ersetzen soll. "Und er wird mit 250 Sitzplätzen fast doppelt so vielen Fahrgästen Platz bieten", erklärten Finanzstadtrat Peter Hanke und Wien Holding-Chef Kurt Gollowitzer bei einem Lokalaugenschein in der britischen Werft Wight Shipyard auf der Isle of Wight.

In Auftrag gegeben wurde der Bau des Schiffes - wie bereits berichtet - schon vor einem Jahr. Anfang Jänner 2019 soll schließlich der fertige Twin City Liner seine Reise nach Wien antreten, damit sich bis zum Saisonstart am 29. März 2019 noch genügend Test- und Schulungsfahrten ausgehen. Die Übernahme des Schiffes wird in Rotterdam erfolgen. Von Rotterdam geht es dann über das Binnenwasserstraßennetz in rund zweieinhalb Wochen nach Wien. "Bis dahin werden mehr als 62.000 Stunden Arbeitszeit in den Bau des Schiffes hineingeflossen sein", so der zuständige Projektleiter von Wight Shipyard, John Day, gegenüber Journalisten.

Insgesamt werden für den neuen 40 Meter langen, elf Meter breiten und sechs Meter hohen Twin City Liner 25 Tonnen Aluminium verarbeitet und 60 m2 Fensterglas eingesetzt. Den Technikern zufolge wurde bei der Entwicklung auf eine möglichst niedrige Wellenbildung Wert gelegt. Obwohl das Schiff größer ist, fällt das Wellenbild mit maximal 30 Zentimeter sogar niedriger aus als das der Vorgänger. Wesentlich kleinere Boote, aber auch Frachtschiffe, würden wesentlich mehr Wellengang verursachen, hieß es. Betrieben wird das Schiff von vier Scania Dieselmotoren bzw. vier Kamewa Jets mit einer Leistung von 4600 PS. Verantwortlich für Design und Bau des neuen Schiffes sind das australische Unternehmen Incat Crowther und eben die Werft Wight Shipyard.

Ticketpreise bleiben fast gleich

Kostenpunkt des neuen Schnellkatamarans: sieben Millionen Euro. Finanziert wird das neue Schiff - wie die bisherigen zwei Twin City Liner - über die Raiffeisen-Leasing. Erhöhungen der Ticketpreise sind keine geplant, meinte man bei der Wien Holding. Lediglich die Preise für die Tickets am Freideck sollen von 25 Euro auf 27 Euro steigen, die Tickets in der Captain’s Lounge aber günstiger werden. Betrieben wird der Twin City Liner von der Central Danube GmbH, einer gemeinsamen Gesellschaft der Wien Holding und der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien.

Die alten Schiffe dürften im Übrigen von der britischen Werft zu einem Gesamtpreis von rund 3,2 Millionen Euro übernommen werden - und ihre weiteren Dienste vermutlich auf der Themse in London verrichten.

Die Pressereise erfolgte auf Einladung der Wien Holding.