Wien. (am) Einige der Wiener Museen geben im Zuge der Langen Nacht des Jubiläumsjahres 2018 auch Einblicke in die 100-jährige Geschichte der Republik, bzw. das Leben zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts. Insbesondere das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands im alten Rathaus in der Wipplingerstraße führt durch die Geschichte der österreichischen Demokratie sowie durch Ausstellungen über den "Anschluss" Österreichs an das Dritte Reich, welcher sich heuer zum 80. Mal jährt.

Andere Museen fokussieren sich stärker auf die NS-Zeit, wie das Museum am Judenplatz. Dort wird beleuchtet, wie sich Juden durch Scheinehen vor dem Nazi-Regime gerettet haben. Das Josephinum auf der Währinger Straße gewährt einen Einblick, wie sich die medizinische Fakultät der Donaumetropole zwischen 1938 und 1945 verändert hat.

Andere Ausstellungsplätze befassen sich mit dem Leben vor 100 Jahren. Das österreichische Gesellschaft- und Wirtschaftsmuseum in der Vogelsanggasse etwa führt durch die Wiener Wohn- und Lebenskultur der letzten 100 Jahre, während man im Schulmuseum in der Breitenleerstraße mehr über Klassenräume und Unterrichtsmethoden um 1900 sowie das Schulleben zur Zeit des Ersten Weltkriegs erfahren kann.

100. Todestag Otto Wagners

Das Wiener Feuerwehrmuseum am Hof zeigt eine Sonderausstellung zum Justizpalastbrand im Juli 1927. Bei den Ausschreitungen kamen 84 Zivilisten und fünf Polizisten ums Leben, Hunderte wurden verletzt. Das Wien Museum am Karlsplatz widmet seine Ausstellungen sowohl der damaligen Hygiene und Frisurentrends als auch dem Schaffen des Stadtarchitekten Otto Wagner. Denn auch dessen 100. Todestag wird heuer begangen.

Eine Führung durch eines seiner größten Werke, die Stadtbahnbögen als Teil der ehemaligen Dampfstadtbahn, gibt es auf der Heiligenstädter Straße 31. Dabei werden auch einige der revitalisierten Bögen zugänglich gemacht.

Übrigens beherbergt eines von Wagners Bauwerken ein weiteres Museum. Die mittlerweile als "Fuchs-Villa" bekannte Otto-Wagner-Villa auf der Hüttelbergstraße in Penzing. Sie zeigt nicht nur Werke des 2015 verstorbenen Malers, sondern führt auch durch die Salonkultur um das Jahr 1900.

Einen Bezirk weiter, in der Hietzinger Feldmühlgasse, öffnet mit der Klimt-Villa das ehemalige Atelier des berühmten Künstlers seine Tore. Kinder können dort zwischen 18 und 20 Uhr auch an einem Malkurs teilnehmen.