Wien. Die Wiener Linien rüsten auch die alten Waggons der U-Bahn-Linie U6 mit Klimaanlagen nach - was bis Ende 2020 abgeschlossen sein soll, wie die Wiener Linien am Donnerstag mitteilten. Von 36 Zügen sind aktuell 17 mit Kühlgeräten ausgestattet, wobei es sich ausschließlich um neue Waggons handelt. Die ersten der nachgerüsteten Fahrzeuge sollen bereits im Sommer 2019 im Einsatz sein, hieß es am Donnerstag. Die restlichen Züge werden bis Ende 2020 mit Klimaanlagen ausgestattet. Die Wiener Linien investieren dafür insgesamt vier Millionen Euro.

Seit dem Sommer laufen laut Wiener Linien bereits die Tests mit der neuen Klimaanlage. Da die Anlagen heizen und kühlen, werden sie nicht nur im Sommer getestet, sondern auch im Winter. Die Kühlfunktion ist jedoch auf der U6 besonders gefragt: Sie verläuft nämlich großteils oberirdisch, wodurch sich die Züge in den Sommermonaten besonders aufheizen. Neben der Nachrüstung mit Klimageräten haben die Wiener Linien in den U6-Zügen Lüftungskiemen und Sonnenschutzfolien angebracht, um an heißen Sommertagen für Abkühlung zu sorgen.

Essverbot für alle
U-Bahnlinien ab 15. Jänner

Insgesamt sind bereits zwei Drittel aller Öffis klimatisiert. Die Busse zu hundert Prozent, bei den U-Bahnen ist jede zweite gekühlt und bei den Straßenbahnen ist es ein Drittel. Alle Fahrzeuge, die neu angeschafft werden, sind mit Klimaanlagen ausgerüstet, betont man bei den Wiener Linien. Beispielsweise lösen die neuen Flexity-Straßenbahnen in den kommenden Jahren die alten Hochflur-Modelle ab. Damit steigt auch dort sukzessive die Anzahl der klimatisierten Fahrzeuge.

Die Linie U6 war im Übrigen auch die erste, in der das umstrittene Essverbot eingeführt wurde. Dieses gilt nicht - wie ursprünglich angedacht - nur für besonders geruchsintensive Speisen, sondern für alle Nahrungsmittel. Ab 15. Jänner wird das Verbot von Obst, Weckerl & Co. auch auf die anderen U-Bahn-Linien ausgedehnt. Mit Strafen müssen essende Kunden der Wiener Linien vorerst aber nicht rechnen.

In den ersten drei Monaten des geltenden Essverbots in der U6 mussten laut Wiener Linien 61 Passagiere ermahnt werden. Bei 250.000 Fahrgästen auf dieser Linie sei das "ein verschwindend kleiner Anteil, hieß es dazu. Müll und Essensreste seien jedenfalls in den Waggons spürbar weniger geworden. Und das wird als positiv bewertet - denn: Jeder Euro, der beim Reinigen eingespart wird, könne in modernere Züge oder Stationen investiert werden und komme letzten Endes den Fahrgästen zugute, ist man bei den Wiener Linien überzeugt.