Wien. (dab) Ist das Krankenhaus Nord nicht ganz dicht? Darüber hat sich am Montag eine Debatte entsponnen, nachdem es am Wochenende zu einem Wasserschaden in dem Gebäude gekommen war. Laut den Wiener Oppositionsparteien FPÖ und ÖVP trat nach den Regenfällen der vergangenen Tage Wasser in das Spital ein. Es sei zu Überschwemmungen gekommen, sogar die Feuerwehr habe ausrücken müssen, um das Problem zu bekämpfen. Die SPÖ und der Krankenanstaltenbund (KAV) bestreiten das.

"Nach den unzähligen Skandalfällen, der Kostenexplosion und den Sachverhaltsdarstellungen an die Staatsanwaltschaft ist das der nächste Tiefpunkt", hieß es seitens der ÖVP. "Auf eine derartige Situation waren weder die Verantwortlichen des KAV noch jene im Stadtratsbüro vorbereitet. Regen scheint in Wien ein kaum bekanntes Phänomen zu sein", erklärte die FPÖ.

"Siphon war
undicht"

"Ja, es gab einen Wasserschaden. Das war aber ein Wasseraustritt und kein Wassereintritt. Das hat nichts mit dem Regen zu tun", betonte ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker auf Anfrage der "Wiener Zeitung". Vielmehr sei der Siphon eines Abflussrohres undicht gewesen: "Daher ist etwas Wasser ausgetreten. Zwei patientenfremde Räume waren betroffen, darunter ein Lagerraum." Von Überflutungen könne "nicht im entferntesten Sinn" die Rede sein. Der Wasseraustritt sei bei einem Kontrollgang bemerkt und gestoppt worden. Derzeit trockne man die Räume.

Einen Feuerwehreinsatz habe es definitiv nicht gegeben, sagte KAV-Direktor Herwig Wetzlinger. Derzeit würden sämtliche Leitungen von dem betroffenen Unternehmen überprüft werden. "Defekte Leitungen sowie auch der bestehende Wasserschaden fallen selbstverständlich unter die Garantie und Gewährleistung und werden den KAV keinen Cent kosten", so Wetzlinger.