Wien. Seit mittlerweile zwei Jahren sorgen die "U-Bahn-Stars" für Live-Musik in Wiener U-Bahn-Stationen. So manch einem Künstler gelang es mit den Auftritten, den Bekanntheitsgrad zu steigern oder sogar die erste CD zu finanzieren. Da die Unterhaltung vom Publikum sehr positiv aufgenommen wird, soll das Zeitfenster für Konzerte nun an einigen Orten ausgedehnt werden. Das erklärte die für die Wiener Linien zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) am Donnerstag bei einem Pressetermin am Westbahnhof, wo mit einigen der "U-Bahn-Stars" der zweite Geburtstag begangen wurde. Insgesamt beteiligen sich derzeit 86 Musiker - alleine oder als Band - an der Live-Bespielung in den ausgewählten U-Bahn-Stationen.

Zu hören sind sie am Westbahnhof, am Karlsplatz, am Praterstern, am Stephansplatz, bei der Neubaugasse und bei der Spittelau. Musiziert wird täglich von 15 bis 23 Uhr wobei heute ankündigt wurde, dass in Kürze die Konzerte bei den Stationen Spittelau, Stephansplatz, Neubaugasse und Westbahnhof schon um 13.30 Uhr starten sollen.

100 Bewerbungen pro Jahr

Das Interesse bei den "U-Bahn-Stars" mit dabei zu sein ist groß, aufgenommen wird aber nicht jeder. Es gibt ein Auswahlverfahren inklusive Casting. Pro Jahr würden sich mehr als 100 Künstler bewerben, neu dabei sind dann je nach Bedarf zehn bis maximal 15, hieß es am Donnerstag.

Für manch einen U-Bahn-Musiker diente das Projekt bereits als Sprungbrett zu mehr, wurde heute auch berichtet. So seien schon welche für Auftritte gebucht worden oder hätten Alben veröffentlicht. Die Sängerin "Twerdy" finanzierte sich beispielsweise mit den Auftritten ihre erste CD mit Grammy-Gewinner Matt Lawrence (u.a. Mumford & Sons, Lady Gaga, Adele). Laura Heily, sie ist auch bekannt aus der TV-Sendung "Kiddy Contest", tritt mittlerweile nicht nur in Wien, sondern auch in New York als Straßenkünstlerin auf.

Zufrieden mit dem Musik-Projekt ist auch der "Hausherr", Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter Steinbauer. Dieses gelte inzwischen als Vorzeigeprojekt für andere deutschsprachige Städte. "Unter anderem waren wir für die Hamburger Hochbahn, die Schweizer Bundesbahnen und die Verkehrsbetriebe Karlsruhe Inspiration." Auch eine Projekt-Erweiterung in seinen Hallen stellte er in den Raum. Man werde schauen, ob man "andere Standorte, die brauchbar sind", auftreiben könne.