Wien. Seit Monatsbeginn gelten in Österreich die neuen Regeln für E-Scooter-Nutzer. Mit der jüngsten Novelle der StVO sind diese vereinfacht gesagt den Fahrradfahrern gleichgestellt worden. Schon bald könnten die österreichischen Experten auch globale Standards auf dem Gebiet setzen. Ein neu gegründetes technisches Komitee der internationalen elektrotechnischen Standardisierungsorganisation (IEC) wird ab Herbst einheitliche, international gültige Sicherheitsstandards für E-Scooter, Segways und Monowheels entwickeln. Daran können sich auch österreichische Branchenexperten beteiligen, informierte der Österreichische Verband für Elektrotechnik (OVE) am Montag.

In Wien sind demnächst Schwerpunktaktionen mit Fokus auf E-Scooter geplant. - © apa/Angelika Kreiner
In Wien sind demnächst Schwerpunktaktionen mit Fokus auf E-Scooter geplant. - © apa/Angelika Kreiner

"E-Scooter sind aus dem öffentlichen Raum nicht mehr wegzudenken. Es ist höchste Zeit, dass einheitliche Normen hier für die optimale Sicherheit sorgen. Mindeststandards können helfen, die Zahl der Unfälle deutlich zu reduzieren", meinte Christian Gabriel, Leiter des Bereichs Normung im OVE.

Erstes E-Scooter-Todesopfer
in Großbritannien

Erst Freitag gab es das erste Todesopfer eines E-Tretroller-Unfalls in Großbritannien. Dabei soll es sich um die Youtuberin, Moderatorin und Lifestyle-Beraterin Emily Hartridge handeln. Die 35-Jährige wurde demnach an einer Kreuzung im Londoner Bezirk Battersea von einem Lastwagen erfasst. In Großbritannien sind sogenannte E-Scooter, anders als in Österreich, nicht für den Straßenverkehr zugelassen. Legal dürfen sie bisher nur auf privatem Gelände genutzt werden.

Als E-Tretroller gelten in Österreich Geräte mit einer Bauartgeschwindigkeit von maximal 600 Watt und 25 km/h. Personen, die mit solchen Geräten unterwegs sind, dürfen beispielsweise den Alkoholgrenzwert von 0,8 Promille nicht überschreiten und müssen vorhandene Radfahranlagen benutzen. Ist kein Radweg, Radfahrstreifen oder kombinierter Geh-und Radweg vorhanden, muss auf der Fahrbahn gefahren werden.

Grundsätzlich verboten ist das Befahren von Gehsteigen, Zebrastreifen und Gehwegen. Allerdings kann die zuständige Behörde das Befahren mit einem E-Tretroller auch auf Gehsteigen und Gehwegen erlauben - ist das der Fall, darf auf diesen Flächen nur mit Schrittgeschwindigkeit gefahren werden.

Kinder ab zwölf Jahren
dürfen alleine fahren

Auch in Fußgängerzonen, Wohnstraßen und Begegnungszonen muss das Tempo dem Fußgängerverkehr angepasst werden. Verfügt die Wohnstraße oder Begegnungszone über einen Gehsteig, dann ist dessen Benutzung nur dann erlaubt, wenn die Behörde dies ausnahmsweise gestattet hat. Generell gilt: Die Fahrer von E-Tretrollern haben sich - wie auch die Nutzer von mit Muskelkraft angetriebenen Geräten - so zu verhalten, dass andere Verkehrsteilnehmer weder gefährdet noch behindert werden. Kinder ab zwölf Jahren dürfen alleine mit dem E-Tretroller fahren, jüngere - so sie nicht einen Radfahrausweis besitzen - dürfen dies nur in Begleitung einer zumindest 16 Jahre alten Person. In Wohnstraßen gelten diese Altersgrenzen nicht. Wie beim Radfahren besteht für Kinder bis zum zwölften Geburtstag die Radhelmpflicht.