Neben den Sternwarten in Wien gibt es auch noch ein Planetarium, das bei einem Spaziergang an der Prater Hauptallee durch seine 20 Meter Kuppel kaum zu übersehen ist. Es gilt als eines der modernsten der Welt. Der Unterschied zur Sternwarte ist, dass ein Planetarium den Himmel künstlich darstellt. Dadurch ist ein Planetarium nicht wetterabhängig und kann jederzeit bespielt werden. Mit zwei verschiedenen Projektionssystemen - dem Videoprojektor und dem Sternenprojektor - können die spektakulärsten Szenen und der Sternenhimmel projiziert werden.

Kinoartiger
Videoprojektor

Der Videoprojektor ist kinoartig und kann 360-Grad-Bilder auf das Gewölbe werfen. Das ältere - aber immer noch beliebte - System ist der Sternenprojektor. Dieser kann zwar wesentlich bessere Aufnahmen des Sternenhimmels zeigen, aber dafür nur den Himmel ablichten. Der Videoprojektor hingegen hat im Regelfall eine höhere Auflösung und eine sehr hohe Kontrastschärfe.

Auch kann damit so gut wie alles projiziert werden: Unterwasser-, Wald- oder Himmelsaufnahmen. Im Fall der Ablichtung des Sternenhimmels kann dieser ein echtes Foto oder Video sein, aber in den meisten Fällen sind es Computeranimationen, weil diese meistens schärfer sind. Hybride Planetarien haben beide Projektoren, also sowohl einen Video- als auch einen Sternenprojektor. Die kleinen Planetarien sind nur mit einem Videoprojektor ausgestattet und haben auch eine bedeutend kleinere Kuppel.

Das nächste Planetarium - in vergleichbarer Größe - ist in Stuttgart. "Wir sind der wesentliche Akteur in Österreich", sagt Werner Gruber stolz. Neben dem Großplanetarium in Wien gibt es auch noch einige sogenannte "Inflatables": transportable Kleinstplanetarien. Diese sind aufblasbar und werden hauptsächlich für Veranstaltungen in Schulen genutzt. Anders als das Planetarium Wien, in dem 200 Leute Platz haben, passen in das "Inflatable" gerade einmal 20 Kinder hinein. Außerdem sei die Qualität der Darstellung nicht die beste, sagt Physiker Gruber.

Highlights im
Weltraum

Der Sternenprojektor ist demnach für den Physiker und Planetariumsdirektor unabdingbar, denn nur so habe man den besonderen Wow-Effekt, wenn man unter der Kuppel in den Nachthimmel blicke. Neben dem Großplanetarium gibt es im 23. Bezirk das Freiluftplanetarium Sterngarten Georgenberg, das zur unentgeltlichen Benutzung der Bevölkerung zur Verfügung steht. Der Sterngarten besteht seit 1997 und wird vom "Österreichischen Astronomischen Verein" betreut.

Der alljährliche Perseidenschauer, auch Sternschnuppennacht genannt, kann ohne Teleskop betrachtet werden. Der Perseidenschauer findet so wie jedes Jahr um den 12. August herum statt. Konkret können ein paar wenige Tage vor und nach diesem Datum besonders viele Sternschnuppen gesehen werden.

Perseidenschauer und
Vollmondnacht

Laut Alexander Pikhard von der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie sieht es für den heurigen August jedoch schlecht aus. Die diesjährige Sternschnuppenacht fällt nämlich nahe an eine Vollmondnacht und in so einem Fall sehe man 80 Prozent der Sternschnuppen nicht. Heuer zahle es sich demnach nicht aus, großartig nach Sternschnuppen Ausschau zu halten. Wenn man fünf bis zehn in der besagten Nacht sehe, wäre das schon viel. "Theoretisch müsste man in so einer Nacht hundert Sternschnuppen in der Stunde sehen, realistisch gesehen sind es aber viel weniger", erklärt der Experte.