Die Wienerinnen und Wiener finden die die Aktion der "Coolen Straßen" offenbar wirklich gut. Nach einem Testlauf in diesem Sommer, bei dem drei Straßen verkehrsberuhigt und mit kühlenden Einrichtungen ausgestattet wurden, steht fest: 87 Prozent der Befragten bewerteten im Rahmen einer Evaluierung die "Coolen Straßen" als positive Maßnahme gegen den Hitzesommer. 92 Prozent der befragten Anrainer plädierten für eine Wiederholung. Das berichtete zumindest Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne) am Donnerstag.

"Mit den Ergebnissen der Evaluierung werden wir ein Konzept entwickeln, sodass nächsten Sommer jeder Bezirk eine Coole Straße Plus bekommt. Und zwar vor allem dort, wo es laut Hitzekarte am dringendsten benötigt wird", kündigte die Ressortchefin bei einem Medientermin an.

Die urbanen Erfrischungsgebiete wurden diesen Sommer in drei Gegenden eingerichtet, die aufgrund der dichten Bebauung zu den Temperatur-Hotspots der Stadt gehörten. Die Areale befanden sich in Ottakring (Hasnerstraße), in Favoriten (Hardtmuthgasse) und im Bezirk Landstraße (Kleistgasse) - die "Wiener Zeitung" hat berichtet. Aufgestellt wurden dort unter anderem Bänke, Pflanzen, Rollrasen oder Sprühnebelanlagen.

Bis zu 5 Grad Abkühlung

Spezielle Simulationen von "Green for Cities"-Experten ergaben, dass die Temperaturen in den "Coolen Straßen" nicht nur gefühlt, sondern auch tatsächlich abnahmen. Konkret ergaben sich laut Messungen lokale Abkühlungen zwischen 1,3 Grad in der Kleistgasse und fünf Grad in der Hasnerstraße, hieß es am Donnerstag.

In einer Anrainerbefragung, die von TBW Research unter 518 Personen durchgeführt wurde, kam überdies heraus, dass 66 Prozent in der Aktion einen guten Ausgleich zur warmen Wohnung sahen. 92 Prozent wünschten sich eine Wiederholung der Aktion. Ebenfalls 92 Prozent sahen laut Befragung kein Problem darin, dass es dadurch weniger Parkplätze gab.

Der Bezirksvorsteher des 3. Bezirks Erich Hohenberger (SPÖ) verkündete außerdem, dass in einem Teil der Kleistgasse das Halte-, Park- und Durchfahrtsverbot beibehalten werde. Das Areal werde nun mit der angrenzenden Schule und den Anrainern umgestaltet.