In Wien ist am Dienstag die erste "intelligente" Ampel in den Regelbetrieb gegangen - vor den Volksschulen Karl-Löwe-Gasse beziehungsweise Deckergasse in Meidling. Sie erkennt durch einen optischen Detektor, ob sich Passanten nähern. Ist dies der Fall, wird auf Grün geschaltet.

Das neue Modell wird sukzessive die alten Druckknopfanlagen bei Fußgängerübergängen ersetzen, wie es am Dienstag hieß. "Die Sicherheit unserer Kinder geht vor", sagte Vizebürgermeisterin Birgit Hebein bei der Präsentation der Ampelanlage: "Deshalb setzen wir besonders im Umfeld von Schulen Sicherheitsmaßnahmen."

Daten werden verschlüsselt und gleich gelöscht

Die Lichtanlage sieht an sich nicht anders aus als jede Wiener Ampel. Geändert wurde aber das Innenleben, also die Steuerung. Einziges sichtbare Zeichen ist ein Kameraauge, das in vier Metern Höhe montiert ist. Der darin untergebrachte Detektor kann Menschen bis zu einer Entfernung von rund acht Metern erfassen.

Die Software errechnet den vermutlichen Wegverlauf der Person. Umgeschaltet wird aber erst, sobald diese die Ampel tatsächlich erreicht und sich so positioniert, dass klar ist, dass sie die Straße überqueren möchte. Auch wird erfasst, ob es sich um eine größere Gruppe handelt und eine längere Grünphase nötig ist.

Die mitdenkenden Ampeln werden alle 200 Druckknopfgeräte ersetzen, wie Hebein bei der Präsentation weiter ausführte. Sorgen um den Datenschutz müssen sich Passanten übrigens nicht machen, wie sie versicherte. Die Daten werden verschlüsselt und dann gleich wieder gelöscht. "Die technischen Einrichtungen dienen ausschließlich zur Erkennung der Bewegungsmuster und können nicht zur Personenüberwachung verwendet werden, da diese nur den Moment aufnehmen, die Daten sofort verschlüsseln und danach gleich wieder löschen", meinte Harald Bekehrti von der zuständigen Abteilung "Wien leuchtet".

"Als Bezirksvorsteher und Vater zweier Schulkinder ist mir die Schulwegsicherheit ein Herzensanliegen. Mit der ersten intelligente Ampel bei den Volksschulen gelingt uns ein wesentlicher Beitrag und ich freue mich sehr, dass Meidling hier Vorreiter sein wird", erklärte wiederum der Bezirksvorsteher des 12. Bezirks, Wilfried Zankl.