Nachts im Museum erwachen am kommenden Samstag, den 5. Oktober zwar keine Steinzeitmenschen, Affen oder Dinosaurierskelette zum Leben, wie im gleichnamigen Film mit Ben Stiller - dafür aber wird bei der 20. "Langen Nacht der Museen" den teilnehmenden Häusern landesweit von voraussichtlich 395.000 Besuchern nächtliches Leben eingehaucht.

Von 18 Uhr bis 1 Uhr Früh können 132 Museen, Galerien und Kultureinrichtungen in Wien besucht werden. Österreichweit sind es mehr als 700 beteiligte Kunsteinrichtungen, organisiert wird das Event wie jedes Jahr vom ORF. Laut Generaldirektor Alexander Wrabetz konnten seit dem Initiationsjahr 2000 rund 6,5 Millionen Kulturbegeisterte bei der Museumsnacht begrüßt werden.

Programmpunkte

In jedem Bundesland gibt es einen "Treffpunkt Museum", von wo aus nicht nur Tickets und Informationen erhältlich sind, sondern auch ab 18 Uhr in die Museen gestartet werden kann. Treffpunkt in Wien ist jedenfalls der Maria-Theresien-Platz, zwischen Kunsthistorischem und Naturhistorischem Museum.

Neben den bekannten Häusern wie Albertina, Belvedere oder der Schatzkammer können aber auch Kunsteinrichtungen wie das Hundertwasserhaus, das Verkehrsmuseum, das Feuerwehrmuseum, das Design Forum und viele mehr besichtigt werden. Oder das Alt Wiener Schnapsmuseum - das am Samstag das letzte Mal geöffnet hat, bevor es nach einer langen Nacht seine Tore für immer schließen wird.

Heuer das erste Mal mit am Programm sind unter anderem das Museum Nordwestbahnhof, die Ottakringer Brauerei, das Haus der Geschichte Österreich und der FLiP2Go-Bus. Dabei handelt es sich um einen Finanzbildungsbus, in dem spielerisch der Umgang mit Geld erklärt wird. Zielgruppe hierfür sind vor allem Jugendliche.

Nicht nur auf Rädern, sondern auch auf Schienen gibt es Angebote. Das Wiener Tramwaymuseum hat Samstagnacht drei historische Straßenbahnen im Einsatz, die gegen den Uhrzeigersinn am Ring, Kai bis zum Belvedere verkehren. Zwei weitere Oldtimer sind als "Lange-Nacht-Bim" beschildert und sind im Uhrzeigersinn ebenfalls zwischen 18 und
1 Uhr über Ring und Kai unterwegs. Während der Fahrten werden den Passagieren Aspekte der Stadtverkehrsgeschichte erzählt. Schaffner, wie es sie früher in den Bims noch gab, werden auch mit an Bord sein.

Nichts zu sehen, dafür aber viel zu erleben gibt es bei der Ausstellung "Dialog im Dunkeln". Dabei wird man in Gruppen von sehbehinderten Guides durch alltägliche Lebenssituationen geführt, die durch absolute Dunkelheit zum Abenteuer werden können.