B. stahl ihr die Brieftasche und das Handy. Zugleich rief er die Rettung, wobei er angab, die Verletzte zufällig am Gehsteig gefunden zu haben. Ohne rasche ärztliche Hilfe wäre die Frau verstorben, erklärt Gerichtsmediziner Christian Reiter. Die Frau lag drei Wochen im künstlichen Tiefschlaf, ehe ihr Überleben gesichert war.

Aufgrund der Attacke ist sie entstellt. Sie leide an Albträumen und Panikattacken, erklärt sie. Von den Übergriffen weiß sie nichts mehr. Vor Gericht zeigt sie sich hoffnungsvoll: "Ich möchte wieder selbständig werden, selbst leben, arbeiten, in die Arbeit fahren können."

"Habe ihr eine gegeben"

In der Nacht des 31. Dezembers kam es zur zweiten Attacke. "Ich wollte eigentlich keine zweite Tat machen", sagt er. Doch habe ihn im Resselpark eine Frau "komisch von der Seite angeschaut". Daher habe "ich ihr eine mit dem Maurerhammer von hinten gegeben". Die Frau wurde schwer verletzt, konnte aber mit Mühe flüchten.

B. verbrachte den Silvesterabend nach dem Angriff mit seiner Familie. Vor der Polizei zeigte er sich über die zweite Attacke belustigt: "Es hat mir getaugt, dass die Frau ein paar Mal auf die Fresse gefallen ist. Das habe ich lustig gefunden. Sonst habe ich keine Gefühle dabei empfunden." Nun betont er vor Gericht, sich reumütig zeigend: "Wenn man die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich das machen." Die Frau leidet aufgrund der Attacke an einer posttraumatischen Belastungsstörung. "Sie traut sich nicht mehr, irgendwo hinzugehen," sagt Reiter.

Den Tatausführungen liege eine "enorme emotionale Kälte" zugrunde, betont der psychiatrische Sachverständige Peter Hofmann. Er hat B. begutachtet. Dieser leide aber an einer "hirnorganischen Persönlichkeitsstörung", die auch bei der Tat handlungsbestimmend gewesen sei. B., der "desaströsen sozialen Verhältnissen entstammt" und seine Kindheit in Heimen verbrachte, hatte bereits im Kindesalter eine Gehirnhautentzündung. Da B. weiterhin gefährlich sei, empfiehlt Hofmann dessen Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Der 43-Jährige sei trotz seiner Erkrankung aber zurechnungs- und damit schuldfähig: "Er konnte das Unrecht seiner Taten erkennen und danach handeln."