Der Bau einer Burnout-Klinik im Hörndlwald ist abgeblasen. Seit Jahren laufen der Bezirk und dessen Bewohner Sturm gegen das projektierte Reha-Zentrum in Hietzing. Nun gab die zuständige Stadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) Entwarnung: Der Bestandsvertrag mit jenem Verein, der als Betreiber vorgesehen war, werde nicht verlängert, erklärte sie am Freitag.

"Der Hörndlwald bleibt grün", versicherte Gaal. Die bestehende Widmung des Areals als Grünland- und Parkschutzgebiet bleibe aufrecht. Von politischer Seite erntete sie dafür Beifall über die Parteigrenzen hinaus.

Bezirksvorsteherin Silke Kobald (ÖVP) jubilierte über das "Umdenken der Stadtregierung" in der Causa. Freude darüber, dass Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) den Vertrag mit dem Verein nicht verlängert, gab es auch von FPÖ und SPÖ.

ÖVP fordert Entfernung
von Bauflächenwidmung

"Es freut mich sehr, dass Stadträtin Gaal die Anliegen der Wohnbevölkerung endlich ernst nimmt und den Baurechtsvertrag nicht verlängert. Damit eine Verbauung des Hörndlwaldes jedoch endgültig vom Tisch ist, müssen die als ,besondere Bebauungsbestimmungen‘ gewidmeten Bauflächen aus der Flächenwidmung entfernt werden", forderte die Bezirkschefin via Aussendung am Freitag. Die ÖVP strebe diesbezüglich einen gemeinsamen Resolutionsantrag mit FPÖ, Grünen und Neos in der Bezirksvertretungssitzung im Dezember an, kündigte der Hietzinger Klubobmann Andreas Schöll. Die SPÖ sei ebenfalls "herzlich eingeladen", dieses Anliegen zu unterstützen.

Die Bezirks-Roten zeigten sich über Gaals Entscheidung jedenfalls erfreut. "Der Hörndlwald bleibt als Naherholungsgebiet erhalten", damit sei die Ressortchefin dem vielfachen Wunsch der Bevölkerung nachgekommen, meinte der Hietzinger SPÖ-Klubobmann Marcel Höckner.

Einen "Freudentag" hatte auch FPÖ-Gemeinderat Günter Kasal: "SPÖ-Stadträtin Gaal hat eingelenkt und ist dem Willen der Hietzinger nachgekommen, die sich seit Jahrzehnten für die Unberührtheit des Landschaftsschutzgebietes einsetzten."

Das Reha-Zentrum sollte auf dem Areal des inzwischen abgerissenen Josef-Afritsch-Jugendwohnheims entstehen. Allerdings hat der Bauwerber bereits vor längerer Zeit angekündigt, einen anderen Standort suchen zu wollen. Nun wird ein Pavillon beim Krankenhaus Hietzing gemietet.