Die Spitzenleistungen in Sachen Wohnbau haben Wien eine Auszeichnung der Unesco eingebracht. Anlässlich des Internationalen Tages der Städte ("World Day of Cities" am 31. Oktober) hat die Kulturorganisation der Vereinten Nationen gemeinsam mit Netexplo (ein Unternehmen im Feld der Zukunfts- und Innovationsforschung) zehn Weltstädte für ihre Spitzenleistungen in bestimmten Gesellschaftsfeldern prämiert. Wien erhielt den Preis für seine "innovative, intelligente, vernetzte und ausdrücklich nachhaltige" Wohnbaupolitik.

"Dieser Award ist eine weitere hochrangige, internationale Auszeichnung, die unsere Anstrengungen im Bereich Smart City würdigt und uns in unserem Bestreben sowie der konsequenten Umsetzung unserer Smart City Strategie bestätigt", sagte Bürgermeister Michael Ludwig hocherfreut über die Auszeichnung Wiens. "Diese Auszeichnung ist ein weiterer Ansporn für uns, die positive Entwicklung weiter voranzubringen."

Vorbild von Deutschland über Irland bis USA

Wien gilt quer über den Globus als Vorbild und als Hauptstadt des bezahlbaren Wohnens. 60 Prozent der Wiener Bevölkerung leben in einer geförderten oder einer Gemeindewohnung. Regelmäßig wird in Deutschland diskutiert, wie man der österreichischen Hauptstadt nacheifern könnte. Auch in Irland erklärte der Vizechef des Dubliner Stadtrats, Brendan Kenny, daran zu arbeiten, einige zentrale Punkte des Wiener Modells auf der Grünen Insel umsetzen zu wollen. Bis hin in die USA werden Wiener Experten zu Vorträgen über den sozialen Wohnbau eingeladen.

Erst vor kurzem hat Wien den Münchner "Hospitality Innovation Award" erhalten. Als eine der letzten Großstädte biete Wien selbst als Kommune leistbaren Wohnraum an - durch die 200.000 Gemeindewohnungen oder durch den hohen Anteil an gefördertem Wohnbau, hieß es.

Bei der Entscheidung über die Auszeichnung durch die Unesco wurden vor allem die jeweiligen Antworten auf die Frage, wie das Bevölkerungswachstum im Einklang mit dem Wohlbefinden der Bewohner gesteuert werden kann, bewertet. Neben Wien wurden u.a. Shenzhen in China für seine Fortschritte im öffentlichen Verkehr gewürdigt, weiters Dakar im Senegal für seine Impulse im Bildungswesen, Singapur für sein Null-Karbon-Ziel oder Tallin in Estland für seine "digitale Transformation".

Trotz der Auszeichnung haben sich Wien und die Unesco wegen des umstrittenen Bauprojekts am Heumarkt weiterhin in der Wolle. Erst im Juli bestätigte die Internationale Organisation, dass das "Historische Zentrum von Wien" weiter auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes bleibt.