Der Eiserne was? Vorhang? Nie gehört. Manche Jugendliche wissen mit dem Begriff des Eisernen Vorhangs wenig anzufangen. Da war doch was mit Grenze? Die Vorstellung, dass Europa ein nahezu unüberwindbarer Stacheldrahtzaun in Ost und West trennte, ist heute kaum noch fassbar. Dabei gehört der Eiserne Vorhang zur unmittelbaren Geschichte des Kontinents. Seine Auswirkungen reichen weit in die Gegenwart.

Ein Bus will nun mehr Licht ins Dunkel bringen. Anlässlich des 30. Jahrestages des Falls des Eisernen Vorhangs durch die Grenzöffnung zwischen Österreich und Ungarn rollt er in Form einer Fotoausstellung durch Österreich. Im Innenraum des Busses werden zeitgenössische Fotos von den Geschehnissen, die damals um die Welt gingen, gezeigt.

Das berühmte Foto des damaligen Außenministers Alois Mock (ÖVP) - als er gemeinsam mit seinem ungarischen Amtskollegen Gyula Horn den Eisernen Vorhang bei Sopron kappte - ist genauso zu sehen wie die Grenze im Alltag der Menschen.

Initiator der Ausstellung ist der Ungar Ferenc Kiss. Gemeinsam mit der ungarischen Botschaft in Wien und der ungarischen Regierung stellte er das Projekt auf die Beine. Es richtet sich vor allem an Menschen, die die Öffnung des Ostens selbst nicht miterlebt haben - also an Jugendliche und Schulklassen.

Halt in Wien

Seit Anfang November ist der Reisebus vom Typ "Ikarus" im Osten Österreichs unterwegs. Nach den Stationen Melk, Krems, Tulln, St. Pölten hält er am 20. und vom 28. bis 30. November auf dem Josef Meinrad Platz vor dem Burgtheater im 1. Bezirk. Damit auch junge Wiener wissen, wo der Eiserne Vorhang hing.