Die Wiener Postsparkasse wird ab 2020 das neue Zuhause von Teilen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Johannes Kepler Universität Linz, des MAK-Museums sowie der Universität für Angewandte Kunst. Alle Beteiligten bestätigten am Dienstag einen entsprechenden Deal zwischen der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und dem Liegenschaftsbesitzer, der Signa Prime Selection um den Tiroler Immobilieninvestor Rene Benko.

Es wurde eine Vereinbarung getroffen, die über 99 Jahre läuft, bestätigte die BIG gegenüber der "Wiener Zeitung". Durch einen Baurechtsvertrag werde das Recht zu baulichen Veränderungen an dem denkmalgeschützten Gebäude eingeräumt. Die Kosten für die Nutzung wollte die BIG auf Anfrage nicht preisgeben. Auch die Höhe der notwendigen Investitionen könne man erst nach der Übernahme der Liegenschaft beziffern. Dies vor allem deshalb, weil die konkreten Nutzeranforderungen noch nicht bekannt sind. Die BIG wird ihrerseits Teile des Gebäudes an die einzelnen akademischen Einrichtungen vermieten.

Das Bürogebäude am Georg-Coch-Platz in der City war bis 2017 die Zentrale der Bawag PSK. Es wurde 2004 generalsaniert und knapp zehn Jahre später an die Signa verkauft. Nachdem die Bawag PSK im Frühjahr 2018 in ihr neues Hauptquartier am Wiener Hauptbahnhof zog (The Icon Vienna, welches von Signa errichtet wurde), stellte sich die Frage der Nachnutzung der Prachtimmobilie. Das von Otto Wagner entworfene Gebäude gilt als Vorzeigeobjekt des Jugendstils und zierte früher die Rückseite der 500-Schilling-Banknote.

Die Gesamtgebäudefläche wird rund 40.000 Quadratmeter betragen. Davon werden rund 10.000 Quadratmeter für die ÖAW zur Verfügung stehen. Die ÖAW verfolge "seit längerem das Ziel, ihre in Wien verteilten Einheiten räumlich zu bündeln. Dies im einzigartigen Ambiente der Wiener Postsparkasse umzusetzen, ist eine einmalige Gelegenheit", so ÖAW-Präsident Anton Zeilinger.

Bisher verstreute Standorte werden zusammengelegt

Die Angewandte will rund ein Drittel der Räumlichkeiten von der BIG anmieten. Auch hier sollen bisher verstreute Institute an einem Ort zusammengeführt werden. Unter mehreren anderen werden die Standorte in der Hinteren Zollamtstraße (digitale Kunst) und am Franz Josefs Kai (Angewandte Innovation Laboratory) aufgelöst.

Das MAK werde Bereiche im ersten Stock museal nutzen. Rund 6000 bis 8000 Quadratmeter werden für bisher "über die Stadt verstreute Universitätsexposituren" der Angewandten zur Verfügung stehen. Auf weiteren 2000 Quadratmetern will die Kunstuniversität neue Forschungs- und Lehreinheiten etablieren.

Die Uni Linz verstärke mit diesem Schritt ihre Präsenz in der Bundeshauptstadt: "Wir gehen diesen Schritt nicht nur räumlich, sondern auch in einer inhaltlichen Verschränkung mit anderen Institutionen", so Rektor Meinhard Lukas. Das derzeit in der Josefstadt angesiedelte, für die Universität Hagen betriebene Fernstudienzentrums der Uni Linz soll ebenfalls in die Postsparkasse übersiedeln.

Das Gebäude soll zum Treff-und Orientierungspunkt für Forschende, Lehrende und Studierende verschiedener Disziplinen werden. Erste Mieter sollen im Herbst 2020 in die Räumlichkeiten Postsparkasse ziehen. Der Vollbetrieb ist für 2021 geplant.(aum)