Der Blick aufs Termometer bestätigt: Jetzt ist auch in Wien der Winter eingekehrt. Und mit dem Winter kommt heuer zum dritten Mal der Wintercircus in die Stadt, genauer gesagt: in den Prater. Direkt vor dem Riesenrad hat er bis 23. Februar sein Zelt aufgeschlagen. Und so kalt wie es draußen ist, so wohlig warm ist es im Zelt, wo mit einfachen, aber bewährten Mitteln für die richtige Stimmung gesorgt wird.

Da schwingen sich über der Manege Akrobaten durch die Luft, was trotz aller Anstrengung leicht aussieht, und unten auf dem Sand sorgt das freche Pony des Sheriffs für Kinderlacher, bevor es mit anderen Ponys - und Lamas - durch die Manege trabt. Ein junger Jongleur zeigt sein Können und hat sichtlich selbst die größte Freude an seiner Leistung - von Steigerung zu Steigerung grinst er mehr. Ein älterer Jongleur wiederum definiert die Sportart Korbball neu.

Ganz viel Clownerie

. . . unten peppen Lamas die Pony-Nummer auf. - © www.wintercircus.at
. . . unten peppen Lamas die Pony-Nummer auf. - © www.wintercircus.at

Im Vordergrund steht freilich (zum Glück für die Kinder) die Clownerie, gepaart mit Akrobatik und/oder Zauberei. Die Clowns bitten auch immer mal wieder kleine Gäste aus dem Publikum als Assistenten in die Mitte. Es wird auch sehr viel mit Kostümen gearbeitet: Schneemann, Teddybär, Pippi Langstrumpf (in einer etwas eigenwilligen Interpretation), Feuerwehrmann Sam oder auch ein Weihnachtswichtel (eines der Highlights des Programms) tummeln sich im Zirkuszelt. Dazwischen sinniert eine Stimme aus dem Off über den Zauber der Weihnacht und darüber, wie er in unserer Konsumgesellschaft womöglich schon verloren gegangen ist.

Manche Nummern kennt man schon vom Vorjahr - was aber nicht heißt, dass man sie nicht gerne noch einmal sieht. Vor allem die wahrscheinlich in Wahrheit recht simplen Zaubetricks, die man auch nach dem x-ten Mal immer noch nicht durchschaut. Andere sind schlicht und einfach schön. Klein, aber fein - so lässt sich der Wiener Wintercircus am besten beschreiben.