Mit der österreichweiten ÖBB-Fahrplanumstellung an diesem Wochenende startet in Wien auch der Nachtbetrieb der Schnellbahn. Künftig ist die S-Bahn in den Nächten vor Samstagen und Sonntagen sowie vor Feiertagen auf der Stammstrecke sowie der Vorortelinie im 30-Minuten-Takt unterwegs. Bisher gab es keinen Betrieb zwischen 1 und 4 Uhr.

Der nächtliche Halb-Stunden-Takt gilt erstmals in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Angeboten wird er einerseits für die Verbindung Mödling-Meidling-Floridsdorf, wobei einmal pro Stunde und Richtung der Nachtverkehr sogar bis Wiener Neustadt geführt wird. Andererseits sind die Garnituren auch auf der auf der Verbindung Hütteldorf-Heiligenstadt-Handelskai (S45) für Nachtschwärmer unterwegs. Laut ÖBB-Chef Andreas Matthä wolle man den Öffi-Verkehr in Wien "am Puls der Zeit" zu halten, wie er am Freitag erklärte. Man biete nun den Hauptstädtern und den Bewohnern des südlichen Umlands eine "rasche, sichere und preisgünstigere Heimfahrt" auch in den Nachtstunden.

- © M. Hirsch
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11 Milliarden für die Schiene

Überhaupt soll das Öffi-Angebot im Verkehrsverbund Ostregion (VOR) bis zum Jahr 2030 deutlich wachsen: Konkret ist eine Steigerung der Schienenkilometer um ein Viertel im Vergleich zum Fahrplanjahr 2019 in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland geplant, wie die drei betreffenden Länderchefs am Freitag bekanntgaben. Das entspricht einem Auftragsvolumen von rund elf Milliarden Euro.

Fixiert wurde der Ausbauplan im neuen Verkehrsdienstevertrag, der für ÖBB und Raaberbahn für die nächsten zehn Jahre, für die Badner Bahn und die NÖVOG (Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft) für die nächsten 15 Jahre gilt. Die Investitionen, die großteils der Bund stemmen muss, sollen Verbindungen nicht nur innerhalb der Bundesländer, sondern im Hinblick auf Pendler auch über Landesgrenzen hinaus verbessern, hieß es. Darunter fallen auch Großvorhaben wie die Fertigstellung des Semmering-Basistunnels 2027, das die größte Angebotsveränderung bringen werde.