Daniel Scharschon leimt Geschenkkisten aus Holz zusammen. "Pro Tag sind es zehn bis zwölf Stück" erzählt der 31-Jährige. Wie lange er für ein "Kisterl" brauche, das wisse er nicht. "Ich habe noch nie auf die Uhr geschaut", sagt er.

Daniel Scharschon ist einer von 30 Klienten, die im Caritas-Tageszentrum Am Himmel beschäftigt sind. In der Einrichtung für Menschen mit Behinderung gibt es drei Gruppen: eine Gartengruppe, eine Einkochgruppe und eine Arealgruppe. Montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr wird unterschiedlichen Beschäftigungen nachgegangen. Daniel arbeitet seit zehn Jahren in der Tischlerei - mit weiteren sieben Männer. "Das Holz dürfen wir nicht mit der Kreissäge schneiden, das macht der Martin", erzählt er.

Das Areal Am Himmel im 19. Bezirk am Wiener Stadtrand ist ein großes Grundstück mit Feldern, Wald und Wiese. Neun Betreuer, ein Zivildiener und ehrenamtliche Mitarbeiter sind hier tätig. "Unsere Klientinnen und Klienten arbeiten hier mit großer Begeisterung und sind mächtig stolz auf ihre Produkte. Sie ernten das Obst, verarbeiten es weiter und halten schlussendlich ein tolles Produkt in ihren Händen und sehen den Sinn dieser Arbeit", so Betreuerin Gabriele Hermann. "Es ist nicht nur irgendeine Beschäftigung, sondern eine sehr wichtige und sinnvolle Tätigkeit", weiß Hermann.

Feilchengelee bis Chillisalz

Die handgemachten Produkte - von Veilchen- oder Kriecherl-Fruchtaufstrichen über Kürbischutney, Feigensenf und Gemüsesuppenpasten bis zu Lavendelsirup, Chillisalz und Blütengelees aus Löwenzahn oder Rosenblüten - stehen im Caritas-Shop auf der Mariahilfer Straße, erstmals auch im Caritas Pop-up-Shop in der SCS und ab Hof Am Himmel zum Verkauf. Ein Holunder-Likör kostet 9 Euro, Blütengelees 2,50 Euro, selbstgemachtes Ketchup 3,50 Euro, Chutneys 3 Euro und getrocknete Früchte aus Zwetschen, Marillen und Pfirsichen 3,50 Euro. Pro Jahren werden 5000 Fruchtaufstriche, 3000 Sirupe, 1000 Salzgläser und 1000 Tee-Packungen produziert. In der Einkochgruppe werden die Produkte verarbeitet und die sogenannte Arealgruppe stellt Geschenkkisten aus Brennholzmaterialien her. Die Gartengruppe des Tageszentrums baut Obst, Gemüse, Kräuter und verschiedene Pflanzen selbst an oder erntet die Produkte im Rahmen des Caritas-Projektes "Erntezeit". Das Projekt gibt es seit Jahren: Privatpersonen, die überschüssiges Obst und Gemüse in ihren Gärten haben oder diese nicht selbst ernten können, können sich bei der Caritas melden.

Upcycling-Materialen

Wer noch weitere Geschenke für Weihnachten sucht und Menschen damit helfen möchte, der hat bei der Produktauswahl die Qual der Wahl. Bei dem Beschäftigungsprojekt "reStart" für Jugendliche von 15 bis 19 Jahren, die nicht mehr schulpflichtig sind und derzeit keine Ausbildung oder Arbeit haben, werden in der Nähwerkstatt Rucksäcke, Taschen oder Federpennale hergestellt. Aus Glasflaschen werden Trinkgläser und Vasen produziert und Kupferdraht wird zu Schmuck verarbeitet. Verwendet werden Kaffeeverpackungen, Fahrradschläuche oder Altglas.

In der Werkstatt des "Juca" - eine Notschlafstelle für wohnungslose Männer, Frauen und Paare zwischen 18 und 30 Jahren, die für die Dauer von bis zu zwei Jahren in dem Wohnhaus in Ottakring eine Unterkunft finden - werden Hausschuhe aus Filz, Schlüsselanhänger, Brillenetuis und Rucksäcke gefertigt. Im "Arbeitsraum" - einem Beschäftigungsprojekt der Caritas im 5. Bezirk - werden Taschen, Geldbörsen, Lampen Schmuck aus Recyclingmaterial erzeugt.

Im Caritas Onlineshop www.schenkenmitsinn.at gibt es weitere Ideen für Weihnachtsgeschenke: eine Ziege für eine Familie in Burundi, einen Schlafsack für einen obdachlosen Menschen, ein Babypaket für eine armutsbetroffene Jungfamilie oder einen Schlafplatz in einem Mutter-Kind-Haus für Frauen in Notsituationen. "Diese Geschenke nicht nur für Freude bei den Beschenkten, sondern helfen ganz konkret Menschen in Not", so Caritas Präsident Michael Landau.

In der Werkstatt "Am Himmel" müssen bis Freitag 230 Geschenkkisten fertig sein, wie Scharschon erzählt. Würde er in die Einkoch- oder Gartengruppe wechseln wollen? "Nein, mir macht es Spaß, die Kiste mit Leim zusammendrücken", sagt er.