Seit Anfang Februar ist die Station Pilgramgasse der Wiener U-Bahn-Linie U4 für Fahrgäste nicht zugänglich. Züge fahren seither durch. Diese Sperre geht nun ins Finale. Denn ab 31. Jänner 2020 soll die Haltestelle wieder öffnen. Allerdings wird die Station mehrere Jahre lang nur sehr eingeschränkt barrierefrei erreichbar sein, informierten die Wiener Linien.

Die insgesamt einjährige Sperre war im Zuge der Arbeiten an der U2-Verlängerung in den Süden Wiens notwendig geworden. Die lila Linie wird nach jetzigem Zeitplan ab 2027 bis zum Matzleinsdorfer Platz fahren - und ab 2029 bis zum Wienerberg. Auf dieser Strecke wird die U2 auch die Pilgramgasse anfahren, weshalb die Station seit Monaten zum Knotenpunkt erweitert wird und deshalb Großbaustelle ist.

Liftanlagen wurden abgetragen

Ende Jänner wird der Fahrgastbetrieb dort aber wieder aufgenommen. Es gibt allerdings Änderungen für die Passagiere. Da aufgrund der Arbeiten die Liftanlagen abgetragen wurden und diese bis zur endgültigen Fertigstellung 2027 auch nicht wieder aufgebaut werden können, ist die Station kaum barrierefrei.

Am stadtauswärts gelegenen Ende der Station müssen behelfsmäßige Zugänge geschaffen werden. Vom Bahnsteig Richtung Hütteldorf wird eine eigens errichtete, witterungsgeschützte Rampe Richtung Ramperstorffergasse errichtet. Aufgrund der abschnittsweisen Steigung von bis zu zehn Prozent wird es für Rollstuhlfahrer aber trotzdem schwierig sein, diese zu bewältigen. Gar nicht möglich sein wird das beim Bahnsteig Richtung Heiligenstadt, für den ein Treppenturm gebaut wird. Der Zugang auf der Haltestellenseite Pilgrambrücke ist künftig wie gewohnt über das Otto-Wagner-Gebäude per Stufen möglich.

Während die planbaren Beeinträchtigungen an der U4 bald erledigt sind, steht den Fahrgästen auf der U2 noch eine zweijährige Sperre zwischen Schottentor und Karlsplatz bevor. Die Maßnahme ist nötig, da dieser Abschnitt der U2 künftig von der U5 befahren wird und die Stationen bzw. technischen Anlagen auf den geplanten vollautomatischen Betrieb der künftigen Linie umgerüstet werden müssen.

Teilsperre kommt später

Die Sperre hätte ursprünglich schon ab dem diesjährigen Sommer beginnen sollen. Der Start wurde dann auf einen unbestimmten Zeitpunkt im Jahr 2020 verschoben. Diesen großen Eingriff ins Öffi-Netz im Wahljahr - 2020 findet die Wien-Wahl statt - erspart man sich nun. Denn aus jetziger Sicht kommt die Teilsperre nicht vor 2021, hieß es auf APA-Anfrage bei den Wiener Linien.

Grund für den Aufschub sind schon länger bekannte Verzögerungen beim U2/U5-Großprojekt. Die Wiener Linien hatten vor geraumer Zeit umfangreiche Leistungspakete für die Bauarbeiten neu ausgeschrieben, da in der ersten Runde "inakzeptable Angebote" eingegangen seien. Die Ausschreibung ist nach wie vor am Laufen, wesentliche Arbeiten können dadurch erst später als geplant in Angriff genommen werden.