Die Stadt Wien nimmt ein neues Terminsystem in Betrieb, das eine umkomplizierte Anmeldung und kaum Wartezeiten bei Impfungen in den Bezirksgesundheitsämtern verspricht. Dabei können Kunden auf www.impfservice.wien oder telefonisch unter 01 4000 8015 einen persönlichen Zeit-Slot vereinbaren. Bisher gab es keine Terminvergabe und Impfwillige mussten teils sehr lange Wartezeiten in Kauf nehmen.

Dies soll sich nun ändern. Geimpft wird nur noch mit Termin. Und das soll schnell und einfach funktionieren, versprach Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Donnerstag bei der Präsentation der Neuerung: "In nur 90 Sekunden bekommen Sie ihren persönlichen Impftermin." Anlass für die Neuerung waren einerseits eben die langen Wartezeiten und andererseits das Ziel, dass das Gesundheitssystem kundenorientierter werden soll.

Das neue Terminsystem ist einfach zu handhaben: Auf der Website werden zunächst die Kontaktdaten angegeben. Dann kann entweder für einen bestimmten Standort ein Termin fixiert werden oder aber für einen speziellen Zeitraum geschaut werden, an welchen Amt dieser frei ist. Eine Woche sowie 24 Stunden vor dem gebuchten Termin gibt es eine Erinnerung via SMS oder E-Mail. Es ist auch möglich, den Termin abzusagen oder zu verschieben. Dies ist ebenfalls online oder telefonisch möglich.

Zehn Minuten vor dem vereinbarten Zeit-Slot müssen die Kundinnen und Kunden eintreffen. Ein wichtiger Hinweis: Bei Zuspätkommen kann der Termin nicht mehr garantiert werden, hieß es im Info-Folder.

Probebetrieb bereits erfolgreich absolviert

Das neue Buchungssystem sei ab Sommer "in aller Stille" in den Probebetrieb gegangen, so Hacker - zunächst für Reservierungen im "Impfservice Town Town" und im "Reisemedizinischen Impfservice im Kaiser-Franz-Josef-Spital". Die Neuerung wurde sehr gut angenommen. Seit Start des Probebetriebs wurden insgesamt 16.400 Impftermine online oder telefonisch für den Standort Town Town vereinbart.

Neu ist ab sofort auch: Das Impfangebot in den Gesundheitsämtern wurde ausgeweitet, kündigte Ursula Karnthaler, die stellvertretende Landessanitätsdirektorin, an. Neben saisonalen und Basisimpfungen wie Tetanus gibt es nun beispielsweise auch die Pneumokokkenimpfung für Erwachsene. Die reisemedizinischen Impfungen gibt es künftig hingegen nur mehr im Kaiser-Franz-Josef-Spital.

Durchimpfungsrate erhöhen

Durch den einfacheren Zugang zu den Impfungen soll die Durchimpfungsrate der Wiener Bevölkerung erhöht werden, hoffte Hacker. Im Zuge dessen stellte er heute auch einmal mehr klar: "Ich bin ein Gegner der Impfpflicht." Immerhin handle es sich dabei um einen medizinischen Eingriff, aber: "Das heißt nicht, dass man nichts tun könne." Durch das neue Buchungssystem erwartet sich der Ressortchef einen Anstieg bei den Impfungen: "Ich bin überzeugt davon."

Wenn es nach Hacker geht, so soll es künftig nicht nur möglich sein, die Impftermine online zu buchen. Mittel- bzw. langfristig sei es das Ziel, beispielsweise auch für die Primärversorgungszentren oder "a la longue" in den Spitalsambulanzen ein solches Service einzuführen. (apa)