Noch steht er leer, der Pavillon IX des ehemaligen Geriatriezentrums am Wienerwald. Und man weiß nicht so recht, ob das tatsächlich eine gute Nachricht ist.

Seit Anfang März firmiert das Gebäude auf dem Areal des KH Hietzing offiziell unter dem Namen "Betreuungszentrum". Erdacht vom Krisenstab der Stadt Wien, soll der Pavillon IX bei Bedarf Patienten aufnehmen, die mit dem Coronavirus infiziert, aber zu wenig krank sind, um in einem Spital behandelt werden zu müssen. Aber auch "Personen, die über keine Möglichkeit der geeigneten häuslichen Absonderung in Wien verfügen", so heißt es seitens des Krisenzentrums, können dort betreut werden.

Im konkreten Fall wären das in erster Linie Touristen, die bereits infiziert, aber noch nicht erkrankt waren, als sie ihren Urlaub in Wien antraten. Wie etwa das deutsche Urlauberpaar, das das Virus von einer Karnevalsveranstaltung in ihrer Heimatstadt nach Wien gebracht hat. Die beiden halten sich übrigens immer noch in der Bundeshauptstadt auf und werden in ihrem Airbnb-Quartier von ihrer Vermieterin betreut. Beide sind positiv auf Corona getestet, weisen aber keinerlei Symptome auf. "Hätten die nicht die Möglichkeit gehabt, ihren Aufenthalt in dem Privatquartier zu verlängern, wären sie im Pavillon IX gelandet. Hätten sie in einem Hotel genächtigt, wären sie in jedem Fall ins Betreuungszentrum übersiedelt worden", sagt Andreas Huber, Mediensprecher des Krisenstabes.

58 Betreuungsplätze, also Betten, stehen, auf zwei Stockwerke verteilt, im Pavillon IX zur Verfügung. Besondere Sicherheitsvorkehrungen wurden bislang nicht getroffen, notfallmedizinische, bzw. irgendeine medizinische Infrastruktur sucht man hier ebenfalls vergebens.

Rein optisch erinnern die schmucklosen Vierbettzimmer ein wenig an Jugendherbergen der 70er Jahre. Sitzgelegenheiten, Gemeinschaftsräume, Teekocher und seit kurzem auch Internet stehen den zukünftigen "Bewohnern" zur Verfügung. Der Pavillon ist weder speziell gekennzeichnet, noch wird er "bewacht", wenngleich deren potenzielle Bewohner selbstverständlich dazu angehalten werden würden, das Gebäude nicht zu verlassen. "Derzeit kooperieren alle betroffenen Erkrankten in vollem Umfang", sagt Huber unter Verweis darauf, dass auch bei den bisherigen bestätigten Fällen des Coronavirus, von denen der Großteil daheim betreut wird, keinerlei Sicherheitsmaßnahmen notwendig wären. Das Verantwortungsbewusstsein der Erkrankten sei hoch, meint Huber. Wann erste Aufnahmen im Pavillon IX erfolgen, kann freilich keiner sagen. "An sich könnte es jede Stunde so weit sein", meint Huber.

Weiteres Zentrum im Heeresspital geplant

Am Dienstag meldete die Stadt Wien acht weitere Infektionen mit Sars-CoV-2. Eine am SMZ Ost aus einem anderen Grund stationär aufgenommene Patientin wurde positiv getestet. Während ihres Spitalaufenthalts hat sie drei weitere Patienten und vier Spitalsmitarbeiter mit dem Coronavirus angesteckt.

Angesichts der fortschreitenden Anzahl der Erkrankungen gibt es beim Krisenstab der Stadt Wien die Überlegung, weitere Corona-Betreuungszentren zu installieren. Konkret sei man mit dem Militär-Medizinischem-Zentrum des Österreichischen Bundesheers, kurz Heeresspital Wien, im Gespräch. Die ehemalige Van-Swieten-Kaserne im 21. Bezirk würde sich nicht zuletzt aufgrund ihrer Infrastruktur dafür eignen, heißt es.