Die Coronavirus-Pandemie hat wie erwartet weitere Auswirkungen auf den Wiener Veranstaltungskalender. Am Montag gab die SPÖ bekannt, dass das Donauinselfest auf September (18. bis 20. September) verschoben werde. Der Maiaufmarsch indessen fällt heuer ganz aus.

Das Donauinselfest ist die größte Open-Air-Veranstaltung Österreichs. An den drei Veranstaltungstagen kommen jeweils mehrere Hunderttausende Zuschauer zusammen, was in naher Zukunft nicht möglich ist. Die veranstaltende SPÖ entschied sich aber gegen eine komplette Absage des Festivals, das ursprünglich von 26. bis 28. Juni geplant gewesen wäre. Stattdessen hofft man auf eine Austragung im September.

Der neue Termin könnte aber auch Diskussionen nach sich ziehen. Schließlich wird die Veranstaltung dann unittelbar vor der wohl im Oktober stattfindenden Wien-Wahl über die Bühne gehen. Landesparteisekretärin Barbara Novak versicherte, dass der Wahlkampf am Festgelände keine Rolle spielen soll.

Auswirkungen hat die Verschiebung - die erste seit dem Jahr der Fußball-EM 2008 - aber auf die Finanzen. So könne das derzeitige Festivalbudget von 4,2 Millionen Euro nicht eingehalten werden. "Wir können von Mehrkosten ausgehen", sagte Novak. Die städtische Förderung - rund 1,5 Millionen Euro - werde sich aber dadurch nicht erhöhen.

Organisator Thomas Waldner sagte, man sei mit den rund 80 Sponsoren in Kontakt. Diese würden auch signalisieren, zu dem dreitägigen Festival zu stehen. Wie sich die wirtschaftliche Lage der Kooperationspartner entwickle, müsse man aber noch abwarten. Novak ergänzte, dass das wirtschaftliche Risiko für das Open-Air-Festival bei der SPÖ Wien liege - die Partei also einspringe, wenn etwa Sponsorengelder wegbrächen.

 

Informationen zum Line-Up im Sommer

Zum geplanten Line-up wurde heute noch nichts verraten. Erste Informationen soll es dazu noch vor dem Sommer geben. Änderungen zum ursprünglich geplanten Programm werde es aber wohl geben, da viele Acts ihre Konzerte auf den Herbst verschieben müssen und noch freie Termine deshalb knapp sind. "Schwierigkeiten könnten uns eher internationale Acts machen", prognostizierte Novak. Waldner stellte deshalb einen verstärkten Fokus auf heimische Bands und Künstlerinnen und Künstler in den Raum.

Novak sagte, es wäre einfacher gewesen, das Donauinselfest komplett abzusagen. Aber man sei den Logistikpartnern, der Gastronomie und den Auftretenden in der Verantwortung. "Für viele heimische Kunstschaffende ist das Donauinselfest sehr wichtig", ergänzte Kurt Wimmer vom Verein Wiener Kulturservice, der vor allem die Gagen verantwortet. Deshalb soll diesen ein Teil des Salärs schon vor dem Event ausbezahlt werden.

Gerade für die Eventszene sei die jetzige Krise existenzbedrohend, ergänzte Waldner. Und er vergaß nicht zu erwähnen: "Auch für die Stadt selbst ist die Umweltrentabilität wichtig." Die erstmalige "Ganz Wien"-Tour - eine Art Vorprogramm der Inselsause in den Bezirken - wird ebenfalls von April/Mai auf Ende August/Anfang September verlegt. (apa)