Aktuelle Satellitenbilder zeigen eine deutliche Abnahme der Luftverschmutzung in ganz Österreich und vor allem in den Ballungszentren Wien, Linz und Salzburg. Und zwar aufgrund der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus, wie der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am Montag mitteilte - und sogleich verstärkte Maßnahmen für mehr saubere Mobilität auch nach der Corona-Krise von der Regierung forderte.

Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Europäische Allianz für öffentliche Gesundheit haben am Montag in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam gemacht, dass die in der Vergangenheit von Verkehr, Industrie und Heizen ausgestoßenen Schadstoffe zu Lungenschäden geführt haben, was das Risiko bei Covid-19-Erkrankung für viele Personen verschärft habe. Das Land Salzburg habe nun laut VCÖ eine Reduktion der NO2-Belastung von bis zu 40 Prozent durch die Verkehrsreduktion infolge der Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise festgestellt.

"Rückgang wetterbedingt"

Einen Rückgang der Emissionswerte bestätigen auch erste Auswertungen des Umweltbundamtes (UBA) an verkehrsnahen und städtischen Messstationen. Allerdings nicht verkehrsbedingt. Bei der Messstelle am Hietzinger Kai lagen in den vergangenen zwei Jahren die NO2-Spitzenwerte am Monatsende bei etwa 70 µg/m³. Heuer lag der Wert unter 10 µg/m³. (Für die Belastung in der Außenluft durch Stickstoffdioxid (NO2) ist in der EU ein Grenzwert von 40 µg/m³ als Jahresmittelwert festgelegt, Anm.) Auswirkungen auf die Treibhausgase (z.B. Kohlendioxid) in höheren Schichten der Atmosphäre seien aber, wenn überhaupt, frühestens in ein paar Monaten festzustellen", heißt es aus dem UBA.

Bei der Zamg gibt man zu bedenken, dass die Wetterlage sehr starken Einfluss auf die Schadstoffbelastung der Luft hat. Denn an einzelnen Tagen seien auch höhere Belastungen als im März der Vorjahre gemessen worden.

"Bei klarem Himmel und geringen Windgeschwindigkeiten bilden sich nachts Kaltluftseen, und die Schadstoffe reichern sich in Bodennähe an. Damit zeigen sich selbst bei niedrigeren Emissionen gleich hohe oder sogar höhere Konzentrationen wie in Zeiten mit normalem Verkehr," erklärt auch Christian Nagl, Experte für Luftreinhaltung im Umweltbundesamt. "Dagegen waren seit dem Eindringen von polarer Kaltluft zu Beginn des letzten Wochenendes die Ausbreitungsbedingungen sehr günstig, was auch unter normalen Umständen zu einem starken Rückgang der Belastung geführt hätte." Der starke Wind und die gute Durchmischung der Atmosphäre hätten somit für einen Rückgang der Schadstoffbelastung gesorgt, meint der Experte.

Auch der aktuelle CO2-Rückgang am Sonnblick habe nichts mit dem reduzierten Verkehr zu tun. "Die Konzentration von Kohlendioxid sinkt im Frühling immer. Denn die erwachende Vegetation benötigt Kohlendioxid für ihre Photosynthese", so die Leiterin des Sonnblick-Observatoriums Elke Ludewig.(rös)