Die angekündigte Einrichtung von Wiens erstem "Pop-up-Radweg" auf der Praterstraße ist am Mittwoch auf heftige Ablehnung seitens ÖVP und FPÖ gestoßen. Das seien "ideologische Planspiele" und "Autofahrerschikanen", wurde moniert. Die Initiative "Platz für Wien" forderte indes ein Vielfaches solcher Projekte: 130 Kilometer an temporären Radspuren sollten eingerichtet werden.

Verkehrsstadträtin Birgit Hebein (Grüne) hatte erklärt, dass ab Donnerstag Teile der Fahrbahn auf der Praterstraße ummarkiert und dadurch für Radfahrer reserviert werden. Sie argumentierte dies mit der deutlichen Zunahme des Radverkehrs infolge der Corona-Maßnahmen. Details zum Projekt werden am Donnerstag bei einem Pressetermin vorgestellt. 

Online unterzeichnet haben die Initiative bereits: 6439 Unterstützer.  - © platz für wien
Online unterzeichnet haben die Initiative bereits: 6439 Unterstützer.  - © platz für wien

Die Corona-Krise darf nicht für ideologische Planspiele und Schnellschüsse herhalten, dafür ist keine Zeit", ärgerte sich ÖVP-Verkehrssprecher Manfred Juraczka daraufhin in einer Aussendung. Die türkise Gemeinderätin Sabine Schwarz, die auch der Bezirkspartei in der Leopoldstadt vorsteht, kritisierte, dass mit der Maßnahme eine wichtige Verbindungsstraße "ohne Not" verkleinert werde.

FPÖ-Klubchef Anton Mahdalik geißelte nicht nur die "Autofahrerschikanen" Hebeins, sondern auch die SPÖ, "die nach anfänglichen Protesten jedes Mal umfällt wie ein Mehlsack". Es wirke fast schon bizarr, "wie sich Bürgermeister Ludwig von seiner grünen Vizebürgermeisterin am Nasenring durch die Straßen der Bundeshauptstadt zerren lässt, von politischer Selbstachtung ist da wenig bis nichts zu sehen", so der Freiheitliche.

Ganz anders bewertete die Initiative "Platz für Wien" die Neuerung. Sie wünscht sich nämlich nicht nur einen Pop-up-Radweg, sondern gleich 130 Kilometer davon in der ganzen Stadt. Auf ihrer Website veröffentlichte die Bewegung eine Liste mit 40 Straßenverbindungen, auf denen man die Einrichtung temporärer Radwege fordert.