Seit August des Vorjahres wird nach einer Zwischennutzung für das ehemalige Sophienspital beim Wiener Westbahnhof gesucht. Jetzt steht offenbar fest, dass das seit 2017 verwaiste und über 13.000 Quadratmeter große Areal mit der Adresse Apollogasse 19 zumindest für ein bis zwei Jahre mit "Büros und Ateliers" bespielt werden soll. Spätestens 2022 will die Stadt Wien dort Wohnbauten errichten. Auch ein neuer Gemeindebau ist vorgesehen. Auf der Website des Zwischennutzers, der unter dem Namen WEST firmiert, werden "Workshops, Seminare, Events, Ausstellungen, Symposien, Talks und gelegentlich auch Partys" in Aussicht gestellt.

Der weitläufige Park des Sophienspitals, der bereits für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, soll miteinbezogen werden. Der Fokus des Projekts wird auf den Themen "Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft" liegen, ein Schwerpunkt soll "Mode" sein. Mehr ist vorerst dazu nicht zu erfahren.

Bei der mit der Umsetzung des Vorhabens betrauten Kommunikationsagentur "art: phalanx" verweist man auf noch ausstehende Planungs- und Abklärungsschritte. Spätestens nächste Woche, so versichert man auf Anfrage der "Wiener Zeitung", werde es detailliertere Informationen geben. Auch der Eigentümer, der "wohnfonds_wien", werde sich dann zu Wort melden.

Neuer Gemeindebau geplant

Dem Vernehmen nach haben bereits einzelne Zwischennutzer ihr Quartier bezogen, unter anderem die Österreichische Gesellschaft für Landschaftsarchitektur (ÖLGA). Ein paar von ihnen könnten auch bleiben: Neben den Wohnbauten (darunter auch ein Gemeindebau) wird in der Ausschreibung der Stadt Wien auch Raum für die Kreativwirtschaft eingeräumt. Konkret sind zwei Drittel der Nutzfläche ausschließlich für Wohnnutzung und ein Drittel für gewerbliche Nutzung vorgesehen. Im ehemaligen Verwaltungstrakt ist ein gemischtes Projekt vorgesehen, welches den Gemeindebau und eine Bildungseinrichtung der Stadt Wien beherbergen soll.

Wie viel von den großteils in den Jahren 1879/1880 errichteten Gebäuden übrig bleiben wird, ist derzeit noch ungewiss: Der Bauträgerwettbewerb läuft seit dem Vorjahr. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass der Teil entlang des Gürtels abgerissen und dann durch Neubauten ersetzt wird. Andere Teile des Areals, wie etwa der Kenyon-Pavillon, stehen unter Denkmalschutz.(sog)