Der Neubaugürtel soll ein kleines Schwimmbecken erhalten. Zwischen den Bezirken Neubau und Rudolfsheim-Fünfhaus wird mit dem Projekt "Gürtelfrische West" ein Freibad und ein Kulturtreffpunkt eingerichtet, berichtet der "Kurier". Die Nutzung des Beckens auf der Gürtelkreuzung Felberstraße/Stollgasse beim Westbahnhof ist gratis, gebadet werden kann täglich zwischen 10 und 23 Uhr unter Aufsicht. Der Bereich zwischen den Gürtelfahrbahnen, die befahrbar bleiben, wird dafür gesperrt.
Das Schwimmbecken wird aus einem ausgedienten Frachtcontainer gebaut. Für Sportschwimmer ist es allerdings wohl nicht gedacht. Die Maße: elf Meter lang, drei Meter breit und knapp eineinhalb Meter tief.

Das fixierte Projekt soll 150.000 Euro kosten, wobei ein Großteil vom 15. Bezirk übernommen wird. Es soll Abkühlung bringen und im Sommer als eine Art Urlaubsmöglichkeit dienen. Neben dem Pool werden Sprühanlagen und Wasserduschen errichtet werden, sowie Liegestühle, Pflanztröge und Rankgerüste aufgestellt. Es soll eine Holzterrasse geben, die einerseits als Liegefläche dienen soll, andererseits für Konzerte und Tanzkurse genützt werden kann. Außerdem ist ein Gastro-Kiosk geplant.

Vor dem Hesser-Denkmal soll ein kleines Schwimmbecken entstehen. - © CC BY 3.0/Tokfo/https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Tokfo
Vor dem Hesser-Denkmal soll ein kleines Schwimmbecken entstehen. - © CC BY 3.0/Tokfo/https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Tokfo

"Wir schaffen auch in stark von Verkehr belasteten Teilen Wiens Platz für die Menschen. Wir geben ihnen die sechsspurige Gürtelmittelzone im Hitzesommer zurück", sagt Neubaus Bezirkschef Markus Reiter (Grüne). Sein Amtskollege auf der anderen Seite des Gürtels, Gerhard Zatlokal (SPÖ), ist ebenfalls guter Dinge: "Das Projekt lässt die Bezirke noch näher zusammenrücken. Es wertet den Bereich zwischen den Gürtelfahrbahnen auf und bringt neue Lebensqualität."

Opposition verärgert

Bei der Opposition ist man weniger begeistert. "Mit seröser Stadtentwicklungspolitik hat diese teure Autofahrerschikane jedenfalls nichts zu tun", erklärte Dietbart Kowarik, freiheitlicher Bezirksparteiobmann von Rudolfheim-Fünfhaus. Der tatsächliche Effekt werde sein, dass Autofahrer unnötige Umwege in Kauf nehmen und damit mehr Schadstoffausstoß produzieren müssen, so Kowarik weiter. Auch gab er zu bedenken, dass sich das Baden auf engem Raum gerade in Zeiten von Corona-Regeln schwierig gestalten dürfte.

"Das ist nach den Unsinnigkeiten der Pop-up-Radwege der nächste Anschlag auf Wiens Verkehrsadern", erklärten wiederum ÖVP-Verkehrssprecher Manfred Juraczka und Bezirksparteiobfrau Christina Schlosser. Sie geben zu bedenken, dass somit durch den Pool über den Sommer die Kreuzung zwischen Stollgasse, Felberstraße und Gürtel für den Verkehr gesperrt werde. (red)