Mit Corona begann in der Stadt auch die "Pop-up" Zeit: Temporäre, verkehrsberuhigte Begegnungszonen, um mehr Platz im öffentlichen Raum zu schaffen und mehr Abstand zu ermöglichen. Oder die Pop-up-Radwege, um dem aufgrund der Pandemie gesteigerten Fahrradaufkommen in der Stadt gerecht zu werden.

Von den insgesamt 20 neu geschaffenen Begegnungszonen werden am Sonntag insgesamt acht aufgelassen: In Kandlgasse, Hermanngasse und Ahornergasse (Neubau) und in Alliiertenstraße und Pazmanitengasse (Leopoldstadt) sowie Hasnerstraße (Ottakring), Schopenhauergasse und Kutschkergasse (Währing) wird der Ursprungszustand wieder hergestellt. Vier bleiben laut der grünen Verkehrsstadträtin Birgit Hebein noch bis 31. Juli: Und zwar Kettenbrückengasse (Margareten), Große Neugasse, Schaumburgergasse, Graf-Starhemberggasse (Wieden). Und acht weitere sollen zumindest bis 6. September verlängert werden - Schützengasse, Rüdigergasse, Zollergasse (Landstraße), Florianigasse (Josefstadt), Rosinagasse, Gasgasse, Zwölfergasse (Rudolfsheim-Fünfhaus) und Brigittenauer Sporn (Brigittenau).

"Keine schleichende Radweg-Einführung"

Was die Pop-up-Radwege betrifft, so sind diese ebenfalls temporär angelegt - doch Hebein ließ vor kurzem im Interview mit der "Wiener Zeitung" mit dem Satz aufhorchen: "Es gibt keinen Grund, sie abzubauen. Noch dazu, wo wir enorme Zuwächse im Radverkehr verzeichnen."

Es würde aber keine "schleichende Radweg-Einführung" stattfinden, hieß es auf Nachfrage im Büro Hebeins. "Das war nur eine Reaktion der Vizebürgermeisterin auf die Forderungen von SPÖ und FPÖ in der Leopoldstadt, die Popup-Radwege vorzeitig abzubauen", sagte die Sprecherin. Es sei als temporäre Maßnahme angekündigt worden und das werde auch so bleiben. Nachsatz: "Aber wenn es von den Bezirken gewünscht wird, kann man natürlich Verlängerungen überlegen, wie eben auch bei den Pop-up-Begegnungszonen."

Abgesehen davon würden im Sommer 37 andere, dauerhafte, Radprojekte umgesetzt werden - vom Umbau der Wagramer Straße für einen fixen Radweg bis zu Fahrradstraßen. Und es gebe auch innovativere Lösungen wie etwa die Protected Bike Lane am Tabor. Also geschützte Fahrradstreifen, um schnell und günstig Platz für den Radverkehr schaffen zu können. Konkret werden hier etwa kleine bauliche Barrieren wie Poller, Blumenkübel oder bewegliche Betonelemente aufgestellt, um die neue Radspur vor dem Überfahren und Zuparken durch den Autoverkehr zu schützen. Nicht temporär, aber flexibel.