Lange bevor 1958 der Wiener Flughafen in Schwechat den Betrieb aufnahm, hatte die Stadt schon Anbindungen in die Luft. Vom Vorgänger, dem Flugfeld in Bad Vöslau, haben zumindest die Älteren in der Schule gelernt. Landete doch dort 1955 die damalige Regierungsdelegation aus Moskau, um die frohe Kunde des errungenen Staatsvertrages zu verbreiten.

Der erste bedeutende Flughafen befand sich aber seit 1912 in Wien-Aspern. Etwa dort, wo heute die Seestadt errichtet wird. 1913 landete gar Graf Zeppelin mit seinem Luftschiff "Sachsen" persönlich hier. 1931 kam das nach ihm benannte Luftschiff "Graf Zeppelin" dann ohne den Grafen nach Aspern.

Wenig bekannt ist allerdings, dass schon 1911 in Floridsdorf mit der serienmäßigen Fertigung von "Aeroplans" begonnen wurde. In der Lohner-Fabrik (Jacob Lohner & Co.), die viel später durch ihre schicken, zweisitzigen Roller Berühmtheit erlangte, baute man gemeinsam mit der "Motorluftfahrzeug-Ges.m.b.H." die "Etrich-Monoplane" - heute besser bekannt als die legendär gewordene Etrich-Taube. Ein begeisterter Bericht der "Allgemeinen Automobil-Zeitung" vom 16. April 1911 pries die Eleganz der Flieger. Sie wurden beim aviatischen Fest im Beisein diverser Erzherzöge präsentiert (mehr dazu im neuen Buch von "Wiener Zeitung"-Autor Thomas Hofmann: "Es geschah in Transdanubien", Edition Winkler-Hermaden).

Die Landebahn im Überschwemmungsgebiet für die Linienflüge Wien-München war bei Regen unbrauchbar. - © Archiv Robert Krickl
Die Landebahn im Überschwemmungsgebiet für die Linienflüge Wien-München war bei Regen unbrauchbar. - © Archiv Robert Krickl

1923 entstand im sogenannten Inundationsgebiet gegenüber von Nußdorf ein neuer Flugplatz. Am 15. Mai startete hier der Linienverkehr des AUA-Vorläufers Luftverkehrs-A.G. zwischen München und Wien. Die Landebahn im Überschwemmungsgebiet zeigte aber bald ihre natürlichen Grenzen: Auf der reinen Graspiste konnte man bei Regen vor lauter Gatsch ganz einfach nicht mehr landen.