Mindestabstände, Obergrenzen und geschlossene Wasserrutschen. Auch die Badesaison bleibt von der Corona-Krise nicht verschont. Um Infektionen zu vermeiden, wurden für die Bäder strikte und einheitliche Regeln festgelegt. Diese werden allerdings in vielen Fällen von den Besuchern nicht eingehalten.

Im Gänsehäufel werden zumindest im Kassabereich noch die Abstandsregeln eingehalten. - © Rösner
Im Gänsehäufel werden zumindest im Kassabereich noch die Abstandsregeln eingehalten. - © Rösner

Ergänzend zur Ein-Meter-Abstandsregelung, wurden Attraktionen wie Wasserrutschen, Springtürme und Whirlpools gesperrt und eine Obergrenze von 43.000 Besuchern für alle Wiener Bäder festgelegt. Zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben sind die Bademeister nun auch für die Kontrolle der Einhaltung der neuen Maßnahmen zuständig. Ein Bademeister des Laabergbades beschreibt die Situation als chaotisch. Die Menschen würden sich nicht an die Vorgaben halten und jene, die aufgrund der Obergrenzen nicht mehr ins Bad dürfen, seien unzufrieden. Quasi verunmöglicht wird die Kontrolle der Abstandsregel, durch die Ausnahme für Personen aus demselben Haushalt. Aber auch in anderen Bädern gibt es ähnliche Probleme, wie ein Lokalaugenschein in der Therme gezeigt hat: Statt der vorgeschriebenen 36, wurden dort 63 Personen im Solebecken gezählt.

Keine neuen Maßnahmen

Der Sprecher der Wiener Bäder, Martin Kotinsky, meint zur Einhaltung der Maßnahmen: "Alles was möglich war, haben wir gemacht." Grundsätzlich sollte es mit den derzeitigen Beschränkungen funktionieren, aber "was soll man machen, wenn die Leute uneinsichtig sind?"

Von einer weiteren Reduktion der Besucherzahl hält Kotinsky nichts, denn "irgendwann kommt man in den Bereich, wo es sich nicht mehr auszahlt aufzusperren." Bereits jetzt sei die Saison für die Bäder finanziell katastrophal. Neben den starken Einschränkungen aufgrund des Corona-Virus, macht den Bädern auch das unbeständige und kalte Wetter zu schaffen.

Laut Kotinsky gebe es derzeit einen 75-prozentigen Rückgang an Besuchern im Vergleich zum Vorjahr. Hinzu kommt noch die Halbierung und Abrundung der Ticketpreise, um die Wiener finanziell zu entlasten und um das verminderte Angebot auszugleichen. Die Aufrundung der Preise soll die Wartezeiten an der Kasse verringern und Schlangenbildungen verhindern. Wer auch an einem heißen Sommertag einen Badeplatz haben möchte, kann sich ein Vorverkaufsticket sichern oder bei der "Bäderampel" der Stadt Wien live nachsehen, wie viel Platz in den Bädern ist.