Wien. Der erste Schultag ist ein besonderer Tag, meistens eine Mischung aus Freude und Angst. Volksschullehrerinnen und Volksschullehrer sollten deshalb auch eine gewisse Sensibilität im Umgang mit den sechsjährigen Schulanfängern an den Tag legen.

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Einen jungen Lehrer einer Volksschule aus dem 22. Bezirk hat das aber offenbar nicht davon abgehalten, in einer einschlägigen Facebook-Gruppe ("Österreich muss die Grenzen schließen") einen Videobeitrag zu posten, in dem er seine zukünftigen Schülerinnen und Schüler Spott und Diskriminierung aussetzt (mittlerweile wurden die Kommentare gelöscht und "Likes" entfernt, Anm.). Im Video liest der Lehrer die Namen der Erstklässler vor, die er ab Herbst als Klassenvorstand begleiten wird. Mit der Handykamera schwenkt er dabei über die Anmeldungsliste der Schule.

Daten sichtbar präsentiert

Neben den Namen der Kinder sind dabei auch Name, Adresse und sogar Sozialversicherungsnummer von deren Eltern unverpixelt zu sehen. Ohne Kenntnis davon, wie viele der Kinder österreichische Staatsbürger sind, schließt der Lehrer auf "Migranten". Einem Bub mit "österreichischem Namen" prognostiziert er, zum "Mobbingopfer" und "Außenseiter" zu werden: "Da werde ich wahrscheinlich nicht viel anrichten, intervenieren können", so der Volksschullehrer.

In der Bildungsdirektion Wien wurde man in der Causa bereits aktiv. Der Lehrer sei ausgeforscht worden und müsse sich "noch in dieser Woche" vor dem Gremium der Bildungsdirektion für sein Handeln verantworten.

Auch die Direktion der betroffenen Schule wurde informiert. Der junge Lehrer sei bislang nicht negativ aufgefallen, heißt es dort. Zudem zeige er tätige Reue.

Zu möglichen Konsequenzen wollte man sich in der Bildungsdirektion Wien nicht äußern.