In der Debatte um die Zukunft des Wiener Citybike-Systems hat Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Mittwoch eine Entscheidung getroffen. Er kündigte vor Journalisten an, dass die Wiener Linien das komplette System übernehmen werden. Ein entsprechender Vertrag werde vorbereitet, sagte Ludwig. In rund zwei Monaten - und damit noch vor der Wien-Wahl - soll die Übernahme über die Bühne gehen.

Zuletzt hatte der jetzige Betreiber Gewista rund die Hälfte der bestehenden 120 Standorte geschlossen - vorrangig im Stadtgebiet innerhalb des Gürtels. Grund war ein Streit um die weitere Finanzierung zwischen dem Unternehmen und der Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin Birgit Hebein (Grüne). Diese hatte Forderungen der Gewista nach einer höheren finanziellen Beteiligung der Stadt abgelehnt. Danach hatte der Betreiber seine Drohung wahr gemacht und 60 Stationen gesperrt.

Nachdem Hebein bisher keine Lösung auf den Weg gebracht habe, sei es ihm als Bürgermeister wichtig, nun im Sinne der Aufrechterhaltung eines funktionierenden Leihradsystems einzugreifen, richtete Ludwig der grünen Vizebürgermeisterin aus. Diese hatte schon zuvor wissen lassen, eine Zwischenlösung mit den Wiener Linien anstreben zu wollen. (apa)