Wien. Das BioCenter am Gelände des ehemaligen Schlachthofs St. Marx, in dem rund drei Dutzend Life-Science-Unternehmen angesiedelt sind, ist um ein Angebotssegment reicher.

Am Donnerstag wurden am Standort in Erdberg die "Startup Labs Vienna" offiziell eröffnet. Junge Forschungsfirmen können dort in einer Art Co-Working-Modell gemeinsam Labors und Arbeitsplätze nutzen. 30 Büroarbeitsplätze stehen auf insgesamt 1.100 Quadratmetern bereit. Dazu kommen 60 Laborplätze mit spezifischer Ausstattung: von sterilen Werkbänken über Stickstofftanks und "bakteriellen Shakern" bis zu einer Waschküche zur Sterilisation von Labormaterialien. Bereits jetzt nutzen neun Jungunternehmen diese Infrastruktur, um etwa neue Krebstherapien oder Medikamente gegen Infektionskrankheiten zu entwickeln.

Wien unter Top 5

Die Idee hinter dem Projekt: Frisch gegründete Betriebe sollen sich durch das Sharing-Prinzip anfängliche hohe Investitionskosten für teures Forschungsequipment ersparen und so schneller erfolgreiche Produkte herstellen können. Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ) erklärte am Donnerstag, Wien sei inzwischen in den Top 5 der Life-Science-Standorte in Europa zu finden. Demnach gebe es in der Bundeshauptstadt derzeit rund 550 Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit 37.500 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 12,2 Milliarden Euro in diesem Bereich. "Mit der Eröffnung der ‚Startup Labs Vienna‘ können wir uns in der europäischen Forschungsspitze nachhaltig behaupten."

Am Biocenter Neu Marx sind aktuell 35 Firmen angesiedelt. Laut Harald Isemann, dem kaufmännischen Direktor des Forschungsinstituts für Molekulare Pathologie und Vorsitzenden des Vienna BioCenters, zählt das Haus derzeit knapp 1.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 70 Nationen.