Die "Schwimmenden Gärten" nehmen Gestalt an. Seit Ende Juni wird im Bereich der ehemaligen Kaiserbadschleuse mitten im Wiener Donaukanal gebaut. Entstehen soll eine frei zugängliche Freizeitoase mit viel Grünraum. Mit den Arbeiten liege man im Zeitplan, heißt es seitens der Stadt.

Derzeit präsentiert sich die zukünftige "Chill-Area" freilich noch als Großbaustelle. Doch bereits Ende August sollen die Baumaschinen weg und damit der Weg für die Gestaltung und Begrünung des neuen Grünareals geebnet sein. Sofern nichts dazwischenkommt, können die "Schwimmenden Gärten" heuer noch von den Bewohnern und Gästen der Stadt in Beschlag genommen werden. "Wir gehen davon, dass wir die Arbeiten bis Ende September abgeschlossen haben", wird aus dem Wiener Gewässer Management verlautbart. Insgesamt werden knapp 1500 Quadratmeter Fläche umgestaltet.

Zu sehen gibt es aber jetzt schon so einiges. So sollen unter anderem "in den nächsten Tagen" die Fertigteilelemente für die Zugangsstege via Schiff eingehängt werden. Angekündigt wird das Projekt einer neuen Freizeitoase bei der historischen Wehranlage bereits seit Jahren. Dabei soll auf Höhe der U4-Station Schottenring nicht nur die ehemalige Schleuse umgestaltet und nutzbar gemacht werden, vorgesehen sind auch Überplattungen, die eine neue Verbindung zwischen der Donaukanalpromenade und der über 100 Jahre alten Kaiserbadschleuse schaffen. Holzdecks, Pflanzen und Sitz- und Liegemöglichkeiten am Wasser sind geplant.

Die Begrünung des Areals soll darüber hinaus die Kühlluftschneise am Donaukanal verstärken und so an Hitzetagen auch zur Abkühlung der Umgebung beitragen. Einstiege für Schwimmer in den Donaukanal wird es nicht geben. Die Baukosten liegen laut Stadt Wien bei rund 3,5 Millionen Euro. Inspirieren lassen haben sich die Projektverantwortlichen der Stadt dabei von einem ähnlichen, allerdings umfangreicheren Bauvorhaben am Seine-Ufer in Paris.

Schwimmcontainer startet

Nicht bis zum Herbst warten müssen all jene, die immer schon mitten am Gürtel "baden" wollten. Das von den Bezirken Neubau und Rudolfsheim-Fünfhaus getragene Projekt "Gürtelfrische West" öffnet bereits am kommenden Samstag (14 Uhr) seine Pforten. Herzstück dieser "Freizeitoase" im Kreuzungsbereich Stollgasse und Felberstraße ist ein inmitten des mehrspurigen Asphaltteppichs platzierter und zu einem Schwimmbecken umfunktionierter Container von elf Meter Länge, drei Meter Breite und eineinhalb Meter Tiefe. In der Nacht auf Dienstag starteten die ersten Arbeiten. Zunächst mussten Strom- und Wasserleitungen verlegt werden. Auch das Kreuzungsplateau wird für den Verkehr gesperrt.

Geöffnet ist die "Gürtelfrische West" bis zum 30. August dann täglich zwischen 10 und 22 Uhr. Die Nutzung ist gratis. Um das Minifreibad herum wird es Rollrasen, Liegestühle, Duschen und einen Infokiosk mit Getränken und Snacks geben. Außerdem wird im angrenzenden, schon bestehenden Gürtel-Grünstreifen eine Holzbühne errichtet, wo Konzerte, Lesungen und Tanzvorführungen stattfinden sollen.

"Die Wasserqualität ist äquivalent zu jener in den Wiener Freibädern", versichert Susanne Haider von der Kommunikationsagentur art.phalanx, die das Projekt betreut. Auch sämtliche Coronavirus-Auflagen würden selbstverständlich erfüllt. Das bedeutet, dass sich im Gürtel-Pool, sofern nicht miteinander verwandet, nur eine Handvoll Menschen gleichzeitig abkühlen kann.

An sich hätte das Projekt schon am vergangenen Wochenende starten sollen. Durch eine Neuplanung hätte sich diese zeitliche Verzögerung ergeben, heißt es. Der Pop-up-Pool samt Mini-Infrastruktur soll nämlich künftig durch Wiener Stadtentwicklungsgebiete, also an die Peripherie der Bundeshauptstadt wandern.

Der bis Ende August gesperrte Bereich des Gürtels zwischen dem 7. und 15. Bezirk ist ab 1. September, Mitternacht, wieder für den Autoverkehr geöffnet.