Man muss nicht mit dem Nachtzug nach Lissabon fahren und in eine gelbe Straßenbahn steigen, um hervorragende Pastel de Nata zu essen. Das gelingt auch mit einer roten Straßenbahn, wie dem 62er am Karlsplatz. Nach kurzer Fahrt erreicht man die Lisboa Lounge in der Mühlgasse. Zwischen schattenspendenden Laubbäumen liegt der Schanigarten des Lokals, das Chef Hugo da Silva 2015 eröffnet hat. Von Olivenöl, Wein und Kaffee bis zu Meeresfrüchten und Fisch stammt hier alles aus Portugal. Besonders beim atlantischen Oktopus schmecke man den Unterschied zu jenem aus dem Mittelmeer, erklärt Da Silva, der durch "PortFoods" den Import seiner Produkte selbst durchführt. Der Stockfisch Bacalhau zählt zu den Klassikern auf der Speisekarte, die regelmäßig gewechselt wird. Die Grundzutaten bleiben gleich, Gewürze und Beilagen werden saisonal angepasst. Der Espresso kommt mit Zimtstange statt Löffel. Stammgäste und Portugal-Urlauber, die vor ihrer Reise kulinarische Tipps vom Experten einholen wollen, finden sich hier gerne ein.

4. Bezirk, Mühlgasse 20, Mo. bis Sa. 12 bis 24 Uhr, feiertags 18 bis 24 Uhr

Zweisamkeit am Wasser

Pastel de Nata und Tapas gibt es in der Lisboa Lounge. - © Knabl
Pastel de Nata und Tapas gibt es in der Lisboa Lounge. - © Knabl

Sehnt man sich nach soleil et amour und einem Dinner am Wasser, wird man an der Oberen Alten Donau fündig. Gegenüber dem Angelibad liegt die Crêperie. Neben salzigen und süßen Crêpes werden klassisch französische Gerichte serviert. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die Bouillabaisse und die Quiche Lorraine. In den Sommermonaten bietet das Lokal ein Mondscheinpicknick an, für zwei Personen im Ruderboot um 55 Euro. Zweieinhalb Stunden lang kann man mit Picknickkorb mit Frizzante, Baguette, Camembert, Schinken und frischem Obst über die Alte Donau tuckern. Anfänglich für junge Pärchen geplant, werden die Boote auch gerne für Hochzeitstage im zweistelligen Bereich gemietet, erzählt der Inhaber. Für größere Gruppen wird eine mehrstündige Gourmetfloßfahrt angeboten.

Booterl von der Crêperie leihen und an der Donau picknicken. - © La Crêperie
Booterl von der Crêperie leihen und an der Donau picknicken. - © La Crêperie

21. Bezirk, An der Oberen Alten Donau 6, Mo. bis So. 10 bis 24 Uhr

Während vor dem Bol am Neuen Markt eine neue Tiefgarage entsteht, kann seit 2019 im Bol Blanc in der Naglergasse in Ruhe ein Café au lait genossen werden. An weißen Bistrotischen mit beige geflochtenen Sesseln lässt sich im Schanigarten das Treiben der Stadt beobachten. Die Küche bleibt im Schwesterlokal die gleiche. Eine große Frühstückskarte bietet zusammengestellte Kombinationen und unterschiedliche Ei-Speisen an. Auch Liebhaber der Pâtisserie kommen auf ihre Kosten: Hier gibt es neben frischen Croissants und Pain au chocolat unterschiedliche Eclairs oder eine Tarte au citron. Auf der Sommerkarte treten abgewandelte Klassiker wie Croque Monsieur au thon und Madame Senguine auf. Der durch Social Media bekannt gewordene Café Dalgona (aufgeschäumter Kaffee auf kalter Milch) findet ebenfalls seinen Platz auf der carte d’été.

Abends im Le Bol Blanc. - © Knabl
Abends im Le Bol Blanc. - © Knabl

1. Bezirk, Naglergasse 21, Mo. bis Sa. 8 bis 22.30 Uhr, So. 9 bis 22.30 Uhr

La dolce vita ist in Wien
nie weit entfernt

Alimentari im Allegro. - © Knabl
Alimentari im Allegro. - © Knabl

Bei der hohen Anzahl an ristoranti hat jeder einen persönlichen Favoriten. Wer aber einen Sommertag im Schafbergbad verbracht hat, kann den Abend gemütlich im RistoranteMonte Rosa ausklingen lassen. Das familiengeführte Lokal in der Herbeckstraße bietet seit bald zwei Jahrzehnten Speisen der Sardischen Küche an. Neben Fregole alla Sarda (Pasta mit Artischocken, getrockneten Tomaten, Kirschtomaten, Lauch und Pecorino) oder Gnocchetti alla Sarda (Pasta mit scharfer sardischer Salami) werden Fisch und Fleisch nach Insel-Art zubereitet. Zum Abschluss empfiehlt der Kellner das Mandarinensorbet, serviert in der ausgehöhlten, gefrorenen Zitrusfrucht. Ein Limoncello darf dazu nicht fehlen. Besonders jetzt, der Vitamine wegen.

Die Bodega Marques in der Parisergasse. - © Knabl
Die Bodega Marques in der Parisergasse. - © Knabl

18. Bezirk, Herbeckstraße 78, Di. 17 bis 23 Uhr, Mi. bis So. 11 bis 15 und 17 bis 23 Uhr

Weiter geht das mentale Insel-Hopping in Richtung Sizilien. Im Hintergrund stimmt Eros Ramazzotti sein Più bella cosa an. Und schöne Sachen gibt es in den Regalen im Allegro viele. So wird hier in der Porzellangasse zum Beispiel die, bei Italienern beliebte und in Wien schmerzlich vermisste, Pasta von "Rummo" verkauft. Aber auch Weine, Biscotti, eingelegte Tomaten oder Sardellen stehen in den Regalen. Seit Februar wird hier sizilianisch gekocht. Den Lockdown verbrachte Chef Marco Russo kreativ: Die Speisen wurden in Weck-Gläser gefüllt und als Take-away verkauft. Dadurch gewann er an treuen Stammkunden und konnte im Mai wieder entspannt aufsperren, erzählt Russo. Sein Lieblingsgericht, die Arancina (frittiertes Safranreisbällchen, gefüllt mit Ragú Bolognese), fehlt dem Sizilianer in Wien am meisten, umso lieber bereitet er sie im Allegro zu. Angeboten werden wechselnde Mittagsmenüs und Specials am Abend, wie Trüffelgnocchi alla Carbonara oder Calamari Fritti, die im Schanigarten genossen werden können.

Blick ins Weinregal bei Favvas. - © Knabl
Blick ins Weinregal bei Favvas. - © Knabl

9. Bezirk, Porzellangasse 21, Mo. bis Fr. 10 bis 22 Uhr, Sa. 15 bis 23 Uhr

Griechischer Wein und
Fisch nach Omis Rezept

Ob Kalispèra oder Kalinichta, Hauptsache Tzatziki. Nach einem Badetag im Krapfenwaldl oder dem Hohe Warte Bad liegt das griechische Lokal Athene am Heimweg. Im großen Gastgarten des familiengeführten Lokals werden besonders gern der gegrillte Oktopus und die Calamari bestellt. Danach empfiehlt sich das Dessert Kantaifi, Engelshaar, ähnlich der Baklava, mit Nüssen gefüllt.

19. Bezirk, Grinzinger Straße 71-73, Mo. bis So. 11 bis 24 Uhr

Authentisches Urlaubsfeeling, dank der im Rückspiegel verschwindende Stadt, ermöglicht die Taverne am Sachsengang. Das direkt am Donau-Oder-Kanal gelegene Lokal hat eine große Auswahl griechischer Speisen und Weine. Mit Blick auf zwischen Schilf angelegte Boote kann man sich in den Urlaub träumen.

2301 Groß-Enzersdorf, Schlosshoferstraße 62, Mo. bis Sa. 11.30 bis 14.30 Uhr, 17.30 bis 23 Uhr, So. 11.30 bis 22 Uhr

Fangfrischen Fisch von der Küste Kroatiens gibt es im Bodulo in Hernals. "Unsere Gäste wissen: Was sie in der Vitrine sehen, war vor zwei Tagen noch im Meer", erzählt Chefin Tamara Jurasic. Dreimal die Woche trifft eine frische Lieferung ein. Die Karte bietet Klassiker der dalmatinischen Küche, ergänzt durch Gerichte ihrer Heimat Istrien. Jurasic erzählt, dass ihre Gäste "die Küche, wie unsere Omis zuhause schon gekocht haben", sehr schätzen. Die Stammgäste kommen oft schon in der dritten und vierten Generation.

17. Bezirk, Hernalser Hauptstraße 204, Di. bis Sa. 11.30 bis 15 Uhr und 17.30 bis 23 Uhr, feiertags 11.30 bis 15 Uhr und 17.30 bis 22 Uhr

Una cerveza por favor!

ImToma tu Tiempo gibt es neben spanischem Bier (Alhambra Reserva aus Granada, Estrella Galicia aus Galizien) die erfrischende Alternative zu Sangria: Tinto de Verano. Für den "Sommerroten" wird Rotwein mit ungesüßter Zitronenlimonade und Eis gemixt. Die Speisekarten zieren dieselben blauen Fliesen wie den Innenraum des Lokals. Bei der großen Auswahl an Tapas ergibt der Name des Lokals Sinn: Lassen Sie sich Zeit!

7. Bezirk, Zieglergasse 44, Di. bis Fr. 16.30 bis 23.30 Uhr

Spezialitäten, die "ganz Spanien abdecken", lassen sich in der Bodega Marques in der Parisergasse genießen. Importiert werden sie fast vollständig aus Spanien, nur so könne man ein authentisches Gefühl garantieren, erklärt Küchenchef Gerald Klöckl. Die Standardkarte ergänzt eine Monatskarte, die auf saisonale Spezialitäten eingeht. Die ausführliche Weinkarte wartet mit rund 120 Weinen auf. Versteckt hinter dem Schulhof gelegen, lässt sich im Gastgarten der Bodega eine Auszeit von Wien genießen. Der kühlende Wind, der durch die Gassen zieht, tut für das Urlaubsgefühl sein Übriges.

1. Bezirk, Parisergasse 1, Mo. bis Sa. 17 bis 1 Uhr, So. 17 bis 23 Uhr

Urlaub in den
eigenen vier Wänden

Wer Menschenmassen lieber meidet, ist bei Favvas Gourmet richtig. Das nach dem Chef Panagiotis Favvas benannte Feinkost-Geschäft verkauft Spezialitäten seiner Heimat Griechenland, so wie aus Spanien, Italien und Kroatien. Ausgewählte Weine, Olivenöl (von der Familie des Eigentümers selbst hergestellt) Käse, Wurst und Oliven: Hier erhält man, was man für einen Urlaub am eigenen Esstisch braucht. Der Inhaber bereitet Baklava, Tzatziki, Oktopus- und Melanzanisalat selbst zu.

9. Bezirk, Nußdorfer Straße 27, Mo. bis Sa. 10 bis 22 Uhr