Maskenpflicht auf dem gesamten Veranstaltungsgebiet, automatische Fieberkontrollen beim Eingang und den Babyelefanten dank zugewiesener Sitzplätze in Schachbrettmustermanier immer mit im Gepäck: So möchte die Vienna Fashion Week, die heuer bereits zum 12. Mal im Museumsquartier stattfindet, trotz Corona-Pandemie ein positives Zeichen setzen und sowohl österreichischen als auch internationalen (Jung-)Designern eine Bühne bieten.

Was all diese Maßnahmen für die Besucher und Mitarbeiter bedeuten, sollte sich schon bei der Auftakt-Show am Montag Abend das erste Mal zeigen. Jeder Gast musste sich im Vorfeld über ein Corona-Sheet akkreditieren, damit im Falle einer Erkrankung rasch reagiert werden kann und Infektionsketten evaluiert werden können. Beim Eingang zum Zelt waren zudem Fiebermessstationen aufgebaut, die im Vorübergehen automatisch die Temperatur messen, und indoor gilt für alle Besucher Maskenpflicht, auch während der Shows.

Auf dem Laufsteg oben ohne

Freie Platzwahl wird es dieses Jahr ebenso wenig geben wie Gedränge vor dem Einlass. Die Zuteilung der Sitzplätze erfolgt nach dem Prinzip"first come, first serve" und ist ebenfalls Teil des mit Experten erarbeiteten Corona-Präventionskonzepts. "Wir wollen nicht, dass irgendwer krank wird", stellen die Veranstalterinnen Maria Oberfrank, Zigi Mueller-Matyas und Elvyra Geyer klar. Dass diesmal nur 400 Personen anstatt der fast 1000 in den vergangenen Jahren die Fashion Week gleichzeitig live im Zelt mitverfolgen können, nehme man dafür gerne in Kauf.

Backstage ist heuer ebenfalls vieles anders. Ebenso wie die Gäste müssen auch Designer, Models und Make-up-Artisten Masken tragen, Letztere wurden außerdem im Vorfeld getestet. Abgenommen werden darf der Mund-Nasen-Schutz dann allenfalls am Laufsteg, es sei denn, er ist bereits Teil der Kollektion. Auch der Runway verläuft aus gesundheitlichen Gründen dieses Jahr nicht ebenerdig, sondern wurde ein wenig erhöht.

Zeichen des Zusammenhalts

Ob die Fashion Week überhaupt stattfinden kann, war lange Zeit zweifelhaft. "Wir haben monatelang darauf hingearbeitet, ohne zu wissen, ob wir es jetzt wirklich machen können", bestätigen die Veranstalterinnen. Die Fashion Week nur auf halber Schiene zu fahren, war jedoch nie eine Option. Entweder ganz oder gar nicht, lautete die Devise des Damen-Trios. Das endgültige Go kam dann erst gleichzeitig mit der Corona-Ampel letzten Freitag. Dass diese für Wien nun gelb leuchtet, hat die Vorbereitungen allerdings nicht mehr beeinflusst. Das Präventions-Konzept wurde bereits vor der offiziellen Ampelschaltung vorgelegt und genehmigt, zudem habe man sich besuchermäßig bereits freiwillig auf 400 Leute beschränkt.

Gemäß dem Credo "Mode muss man erleben" sei es gerade für junge Designer wichtig, dass ihre Entwürfe nicht nur auf Papier, sondern auch live gezeigt werden. Die Fashion Show steht dieses Jahr darum vor allem unter dem Zeichen des Zusammenhalts der unter der Corona-Krise schwer in Mitleidenschaft gezogenen Modebranche.