Genuss mit Verantwortung - dieses bekannte Weinkenner-Credo bekommt bei den diesjährigen Weinwandertagen am 3. und 4. Oktober eine besondere Bedeutung. Neben Desinfektionsmittelspendern, Bodenmarkierungen, Personengittern und Mund-Nasen-Schutz soll auch geschultes Ordnerpersonal dazu beitragen, dass der 14. Wiener Weinwandertag Corona-konform vonstattengeht.

Beim Wiener Weinwandertag kann man mit Blick auf die Reben die Herbstsonne genießen - erstmals auch in Mauer. - © Rösner
Beim Wiener Weinwandertag kann man mit Blick auf die Reben die Herbstsonne genießen - erstmals auch in Mauer. - © Rösner

"Bewegung und Erholung an der frischen Luft ist gerade in Zeiten wie diesen sehr wichtig", erklärt Hans-Peter Hutter von der Medizinischen Universität Wien. Um diese zu ermöglichen, hat man sich gemeinsam mit der Stadt Wien auf ein umfassendes Präventionskonzept geeinigt, dessen Umsetzung durch einen eigenen Covid-Beauftragten erfolgt.

"Bitte Abstand halten"

An den Labstationen werden Personengitter und Bodenmarkierungen angebracht, um die Einhaltung der Abstände sicherzustellen. Zusätzlich ist beim Anstellen in der Schlange für Speisen und Getränke eine Maske zu tragen. Desinfektionsmittelspender wird es auf allen vier Wanderrouten geben, insbesondere bei den Labstationen und den Toiletten-Anlagen. Letztere werden regelmäßig gereinigt und desinfiziert, ebenso wie Bänke und Tische bei den Einkehrmöglichkeiten. Auf den Wanderstrecken ist zudem geschultes Ordnerpersonal im Einsatz, das vor allem an Weggabelungen und -kreuzungen auf die Einhaltung der Abstandsregelungen Acht geben wird.

An beiden Tagen stehen den Wanderern von 10 bis 18 Uhr vier unterschiedliche Routen mit einer Gesamtlänge von rund 30 Kilometern zur Verfügung. Neben einer 10,8 Kilometer langen Wanderung von Neustift am Walde bis Nussdorf gibt es noch eine 9,6 Kilometer lange Route von Strebersdorf bis Stammersdorf und eine rund 4,5 Kilometer lange Strecke in Ottakring zu erkunden. Neu dazugekommen ist heuer eine 4,6 Kilometer lange, vierte Wanderroute quer durch Mauer. Durch die Auswahl von weitläufigen Wanderwegen sollen selbst bei großem Andrang Gruppenbildungen vermieden werden, erklärt Michael Draxler, Geschäftsführer der Stadt Wien Marketing Gmbh. Alle vier Wege sind zudem senioren- und kinderfreundlich, für Kinderwagen gibt es speziell gekennzeichnete Wegstrecken.

Am Areal des Weingut Wien Cobenzl dürfen sich dieses Jahr nur maximal 250 Gäste gleichzeitig aufhalten. Trotzdem ist Cobenzl-Chef Thomas Podsednik froh, dass der Weinwandertag heuer zumindest, wenn auch eingeschränkt, stattfinden kann. "Wir schaffen die Möglichkeit, dass alle Weinfreunde die Wiener Tropfen verkosten und zugleich auch alle Winzer ihre Weine präsentieren können", erzählt er.

Regionale Bedeutung

Und auch Norbert Walter, Präsident des Landesweinbauverbandes und Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Wien, betont, wie wichtig der Wiener Weinwandertag für die Weinbauern ist. Durch persönliche Gespräche sei es so möglich, Besuchern der Winzerbetriebe einen Einblick in den Alltag eines Weinguts zu ermöglichen. "Unsere Winzer können an diesen Tagen ihre Arbeit aufzeigen und den Gästen damit die Bedeutung des Weinbaus für die Region bewusst machen", zeigt sich Walter überzeugt.

Ein Rahmenprogramm rund um die Wiener Weinwandertage wird es dieses Jahr nicht geben. Dadurch sollen bewusst größere Menschenansammlungen verhindert und die Gefahr einer Infektion verringert werden, stellt Draxler klar.

Eine Orientierungshilfe über die verschiedenen Routen bietet die Weinwandertag-App. Neben Infos findet man dort auch die Möglichkeit, digitale Wanderstempel zu sammeln, um am Ende die Wandernadel zu erhalten.