Eine Demo der Umweltbewegung "Extinction Rebellion" (XR) sorgt derzeit auf dem Wiener Gürtel für ein Verkehrschaos. Laut Wiener Polizei wurde der Gürtel auf der Höhe der Felberstraße in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Sie empfiehlt Autofahrern, rechtzeitig und großflächig auszuweichen.

Die "Aktion Bienenschwarm" wurde von den Aktivisten im Anschluss an ein Zeltlager am Michaelerplatz gestartet. Rund 100 Personen schwärmten nach Angaben der Umweltbewegung aus, um dezentrale Aktionen in der Stadt zu setzen. Am Abend wurden auch die Fahrspuren am Neubaugürtel blockiert. Der Innere Gürtel war ab der Stollgasse gesperrt, berichtete die "Radio Wien" Verkehrsredaktion. Es bildeten sich Staus.

Ein von den Demonstranten ausgeteiltes Flugblatt. - © Moritz Ziegler
Ein von den Demonstranten ausgeteiltes Flugblatt. - © Moritz Ziegler

"Die Politik hat während und nach dem Lockdown die Chance verspielt, den notwendigen Wandel zu gestalten", sagte Aktivist Niklas Niskate. Daher fordern die Ökorebellen "die schnellstmögliche Einbindung der Bevölkerung in die notwendigen Entscheidungen".

Für zivilen Ungehorsam bekannt

"Bei diesen sogenannten Swarmings werden Kreuzungen für mehrere Grünphasen blockiert", erläuterte ein XR-Sprecher. Die "Rebellen" sind für ihre Aktionen zivilen Ungehorsams bekannt.

Die mit der Besetzung des Michaelerplatzes ausgerufene "Rebellionswelle" werde jedenfalls wie geplant bis mindestens zum Wochenende weiterlaufen, hieß es von XR. Dort waren die Klimaschützer am Dienstag gegen 5.00 Uhr von der Polizei geweckt worden. Das Einschreiten erfolgte, weil die Aktion zuletzt keinen Manifestationscharakter mehr gehabt habe, so Polizeisprecher Markus Dittrich. Die jungen Leute - zeitweise bis zu 80 - hatten seit Sonntag die Fahrbahn des Michaelerplatzes und des angrenzenden Platzes bei der Hofburg mit Zelten und Transparenten blockiert und zur Klimaschutzzone erklärt.

Mehrfache Aufforderungen zur Räumung wurden ignoriert. Dienstagfrüh rückte die Exekutive dann mit mehreren Dutzend Kräften an. Von rund 15 Personen wurde die Identität festgestellt, drei weitere wiesen sich nicht aus und wurden deshalb vorläufig festgenommen und dem Magistrat vorgeführt, berichtete Dittrich. Alle würden nach der Kampierverordnung angezeigt, es drohten Strafen von maximal 700 Euro. Vorfälle gab es bei der Räumung keine. Auch die "arrestierten Rebels" waren bald wieder frei und zumindest zunächst zurück am Michaelerplatz, wie die Aktivisten berichteten. Ziel des Protests sei, "die Bevölkerung auf die verfehlte Klimapolitik aufmerksam zu machen". (apa/red)

- © Moritz Ziegler
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