Eine günstige Eigentumswohnung in Wien zu bekommen war schon bisher nicht einfach. Zuletzt sind die Kaufpreise weiter gestiegen: Die "günstigen Wohnungen" mit Preisen von 150.000 Euro stellen nur noch 15 Prozent des Wohnungsmarktes, 2013 waren es noch 37 Prozent. Dafür ist der Anteil "teurer Wohnungen" mit Preisen über 500.000 Euro auf fast 13 Prozent gestiegen, nach knapp 11 Prozent 2019 und nur 8 Prozent im Jahr 2013. Das zeigt eine Auswertung von Immounited und willhaben.at.

Wien steht damit nicht alleine da: Wurden vor sieben Jahren noch fast 42 Prozent aller Wohnungen in den Landeshauptstädten für bis zu 150.000 Euro verkauft, waren es heuer im ersten Halbjahr nur noch knapp 21 Prozent.

Stärkste Teuerung bei Mietwohnungen in Ottakring

Doch auch Mieter müssen heuer in Wien oft weit tiefer in die Tasche greifen als noch vor einem Jahr. Die stärkste Teuerung bei Neuvermietungen gab es in Ottakring mit einem Plus von sieben Prozent auf 13,90 Euro pro Quadratmeter, wie aus einer Erhebung des Immobilienportals immowelt.at hervorgeht. In Mariahilf waren um sechs Prozent mehr auf den Tisch zu legen. Es gibt aber auch Bezirke, in denen es deutlich billiger wurde: So gingen in Simmering die inserierten Angebotspreise für Wohnungen heuer in den ersten drei Quartalen gegenüber der Vorjahresperiode um sechs Prozent zurück, in der Brigittenau um zwei Prozent, in Meidling, Alsergrund, Hietzing und Floridsdorf um je ein Prozent. Laut der Mietpreisanalyse, bei der Preise in den 23 Wiener Bezirken von Jänner bis September 2020 mit dem Vorjahreszeitraum verglichen wurden, wohnt es sich in der Inneren Stadt mit Quadratmeterpreisen von 17,50 Euro am teuersten. Für großflächige Altbauwohnungen seien Gesamtmieten von rund 3.000 Euro keine Seltenheit. Nach Bezirken betrachtet folgen auf die Innenstadt Neubau, Landstraße und Donaustadt mit gut 15 Euro pro Quadratmeter als nächstteuerste Bezirke.

Gleichzeitig wird Wien als Immobilienstandort bei Investoren hoch geschätzt und unter die Top-3-Standorte gereiht. Das hat eine Umfrage unter 400 institutionellen Investoren in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Großbritannien durch das Institut Kantar ergeben.

Wien unter Top-3-Städten nach London und Berlin

Jeder vierte Befragte bzw. 23 Prozent der Befragten nennen den Wiener Immo-Markt als attraktivsten in ganz Europa. Noch höher in der Gunst der Anleger stehen jedoch London, diese Stadt ist für 39 Prozent der Befragten die Nummer eins, und 35 Prozent nannten Berlin als ihre Lieblings-Immo-Stadt.

Zur Auswahl standen zehn europäische Metropolen, bis zu drei Nennungen waren möglich. Bei deutschen Anlageprofis landete Wien dabei mit 29 Prozent auf Platz 2 der präferierten Investmentstädte, hinter Berlin mit 51 Prozent. Teilnehmer aus Österreich nannten zu 80 Prozent Wien als Top-Standort, Berlin landete mit 53 Prozent auf Platz 2 vor Amsterdam, die niederländische Hauptstadt nannten 26 Prozent als ihren Favoriten.

Trotz Corona-Krise zeigen sich die meisten Investoren recht gelassen. Fast zwei Drittel bzw. 63 Prozent erklärten, sie hätten nicht vor, ihr Anlageverhalten bei Immobilien zu ändern bzw. innerhalb des Portfolios umzuschichten - bei österreichischen Anlegern war der Anteil mit 57 Prozent etwas niedriger.