Wegen rapide steigender Corona-Infektionszahlen werden heuer wohl weniger Kinder vor Tür zu Tür ziehen, um zu Halloween um Süßigkeiten zu bitten. In Wien hat sich Halloween, trotz Kritik an dem "fremden Brauchtum", mittlerweile etabliert: Viele Kinder fiebern der Nacht auf den 1. November regelrecht entgegen. Kein Wunder, ist dies doch die schaurige Nacht der verirrten Seelen, des keltischen Todesgottes Samhain und des Hexensabbats.

Doch heuer werden aufgrund der Pandemie mit Sicherheit weniger Buben und Mädchen losziehen, um in der Nachbarschaft Süßigkeiten zu sammeln, ganz zu schweigen von entsprechenden Partys.

Kürbisse im Supermarkt

Die in den USA gebräuchlichen Feiern haben sich auch in Mitteleuropa durchgesetzt - am besten ist das daran erkennbar, dass in den heimischen Supermärkten nachempfundene und echte Kürbisse aus den Regalen lachen.

Österreichs Kinder haben den Brauch aus den USA übernommen, kostümiert von Haus zu Haus zu ziehen. Mit den deutschen Entsprechungen für "Trick Or Treat" erpressen sie scherzhaft drohend Süßigkeiten, zumeist mit "Süßes, sonst gibt’s Saures".

Das Fest bewegt sich trotz Schabernack meistens im harmlosen Bereich - die zahlreichen Legenden, die sich um Halloween ranken, sind es mit Sicherheit nicht. So schrieb ein römischer Dichter über den Monatswechsel von Oktober auf November: "Diese Nacht ist schrecklich! Die Kelten trinken das Blut von Kindern. Dann geben sie sich abstoßenden sexuellen Praktiken hin. Sie verschonen weder Kinder noch Mütter, Menschen jedes Alters und Geschlechts." Die ältesten Wurzeln des Brauchtums finden sich bei den schottisch- und irisch-keltischen Druiden: Demnach war es der Tag der Ernte und die Nacht, in der die Erde am nächsten bei der Welt der Geister war und deren verirrte Seelen umgingen. Mit einem Festmahl sollten diese besänftigt werden.

Die Rolle der Geister haben heute die Kinder übernommen. In den Gewändern von Gespenstern, Hexen, Gnomen, Zwergen, Dämonen, Teufeln, Skeletten, Fledermäusen, Eulen und anderen Fabelwesen ziehen sie normalerweise durch die Straßen.

Fehlt noch eine klassische Zutat für ein gelungenes Halloween-Fest - der Kürbis: Auch dazu gibt es die passende Mär. Sie betrifft den irischen Dorfschmied Jack O’Lantern: Der soll so geizig und habgierig gewesen sein, dass ihm sogar in der Hölle der Zutritt verwehrt wurde. Er wurde bestimmt, auf ewig mit einer Laterne herumzuziehen. Nur ein Stück glühender Kohle in einer ausgehöhlten verrunzelten Zuckerrübe bekam er mit. Über irische Auswanderer kam die Geschichte von Halloween nach Amerika - und dort wurde aus der Rübe ein Kürbis.

Verstärkte Polizeikontrollen

Der Name Halloween hat wiederum mit dem 1. November, dem Allerheiligentag, zu tun. Dieser heißt im Englischen "All Saints Day" oder "All Hallows", der Abend davor daher der "All Hallows Eve", verkürzt eben Halloween. Dieser soll übrigens sehr gut für Weissagungen geeignet sein. Beliebt sind Prophezeiungen zu Reichtum und privatem Glück. So werden Münzen und Ringe oder Fingerhüte in Speisen entdeckt, der Finder wird zu Dagobert Duck oder segelt in den Hafen der Ehe bzw. bleibt er sein Leben lang allein.

Innenminister Karl Nehammer hat an die Bevölkerung appelliert, trotz Halloween am Samstag zu Hause zu bleiben, und hat verstärkte Kontrollen in der Nacht auf Sonntag angekündigt, Fokus der Kontrollen liegt auf der Einhaltung der Gesetze im Nachtgastronomie-Bereich und auf der Verhinderung größerer Feiern und Treffen im öffentlichen Raum.