Leider gibt es in der Umsetzung viele Probleme", beklagt Hannah Lea Weingartner. Die Vorsitzenden der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) Wien erklärte am Donnerstag, dass die Möglichkeit des Fernstudiums zwar beliebt sei, es allerdings an Richtlinien und Qualitätsstandards mangle.

Drei Viertel von 4.300 Befragten Studenten sind mit der Möglichkeit des sogenannten Distance Learning zufrieden, da es mehr Flexibilität etwa für Berufstätige bringt. Die Hälfte der Befragten gab aber auch an, dass ihr Arbeitsaufwand durch die aufgrund der Corona-Pandemie großflächig eingesetzte digitale Lehre (viel) höher geworden sei.

"Das ist aus unserer Sicht inakzeptabel, der Leistungsdruck im Studium ist ohnehin schon deutlich zu hoch", so Weingartner (Grüne und Alternative StudentInnen/GRAS). 49 Prozent der Befragten erklärten, dass sie schon einmal zu wenig Zeit für eine Online-Prüfung hatten, was für die ÖH Uni Wien mit fehlenden Richtlinien zu tun hat. Außerdem waren nach Angaben der Befragten rund 44 Prozent der Abmeldungen von Lehrveranstaltungen auf ein unzureichendes digitales Lehrangebot zurückzuführen.

Im qualitativen Teil der Befragung haben Studenten auch unklare Leistungsbeurteilung, fehlenden direkten Austausch mit den Lehrenden, technische Probleme sowie kurzfristige Ankündigungen und Änderungen durch die Lehrveranstaltungsleiter kritisiert. Die ÖH Uni Wien warnt nun davor, dass neue Hürden wie technische Ausstattung oder schlechte Anpassung von Lehrveranstaltungen und Prüfungen bei einem beträchtlichen Anteil der Studierenden zu Studienzeitverzögerungen führen könnten.

Auswirkungen der Pandemie auf Studenten

Die Umfrage hat auch negative Auswirkungen der Pandemie auf die Psyche der Studierenden beleuchtet: Die Hälfte attestierte sich dabei selbst eine schlechtere Konzentrationsfähigkeit und mehr als 50 Prozent gaben, an, dass sich der Kontakt zu den Studienkollegen (sehr) verschlechtert hat. Insgesamt blicken 44 Prozent (eher) negativ auf das neue Semester.