Bruno Hassa verschenkt Laptops. Gemeinsam mit seinen Freunden Tobias Unger und Philipp Schörkhuber hilft er damit bedürftigen Schülern, die sich in Zeiten von Corona und Lockdown das für den Fernunterricht notwendige Utensil nicht oder nur schwer leisten können. Die drei Gymnasiasten kennen die Problematik aus erster Hand, keinen eigenen Laptop zu haben. Teilweise müssen sich die Schüler den Computer mit Geschwistern oder Eltern teilen. Die wiederum sind oft selbst in Homeoffice. Teilweise sind die Laptops aber auch nur mit schmerzhafter finanzieller Belastung zu erwerben.

"Die Regierung möchte Schülern zwar Geräte zur Verfügung stellen, jedoch erst ab dem Schuljahr 2021/22. Außerdem soll es einen Selbstbehalt für Familien geben", erklärt Hassa. Deshalb begannen die drei Schüler damit, selbst Laptops zu verteilen. Die Idee ist so einfach, wie sie gut ist: Firmen haben oft ausrangierte, aber funktionstüchtige Laptops herumliegen, die eigentlich niemand mehr braucht und die auch längst abgeschrieben sind. Die holen sich die drei Schüler. Sie setzen sie neu auf und geben sie dann an bedürftige Schüler weiter.

Gestartet haben die drei 16-Jährigen die Aktion mit dem Namen "FreeNB" im April. Allerdings mussten sie schon bald feststellen, dass die Angelegenheit dann doch nicht ganz so einfach ist. Denn die Laptop-Spender zu finden, gestaltet sich mühsamer als gedacht. Der direkte Weg erwies sich als wenig erfolgreich. "Wir haben Firmen nach und nach abgeklappert und per E-Mail angeschrieben. Das hat aber nicht besonders gut funktioniert", erzählt Hassa.

Aktion beginnt, sich herumzusprechen

Noch bewegt sich die Aktion im kleinen Rahmen. 25 Laptops haben die Schüler bisher verschenken können - vorwiegend an der eigenen Schule. Doch die Aktion beginnt, sich allmählich herumzusprechen. Inzwischen hat "FreeNB" Anfragen auch von anderen Schulen. Beantragen können die Schüler die Laptops auf der Seite www.free-nb.at/laptop-anfragen. 20 Schüler stehen derzeit in der Warteschlange, während die drei versuchen, weitere Laptops aufzutreiben.

Aufwind hat das Projekt durch zwei gewichtige Unterstützer erhalten: Sowohl die Wiedner Bezirksvorstehung als auch die Wirtschaftskammer helfen "FreeNB" bei der Suche nach Laptops. Der Bezirk Wieden hatte im Mai eine ähnliche Aktion gestartet. Die Laptops werden dabei von Mitarbeitern der Bezirksvorstehung abgeholt, dann einer IT-Firma übergeben, die die Geräte neu aufgesetzt und schultauglich macht. Schließlich werden die Geräte in Kooperation mit Schulen vergeben. "Es gibt Firmen, die Laptops spenden, hauptsächlich sind es aber Privatpersonen, die ihren alten Laptop hergeben", erklärt Fabian Steinschaden, Büroleiter der Bezirksvorstehung Wieden. In seinem Aufruf an die Bevölkerung verweist der Bezirk nun auch auf die Homepage von "FreeNB". So können sich gebfreudige Menschen direkt an Hassa und seine Freunde wenden.

De drei Schüler der siebten Klasse rechnen jedenfalls damit, dass die Aktion schon bald eine größere Dimension erhalten wird. In diesem Fall würden Umstrukturierungen bei "FreeNB" nötig. Denn zurzeit betreiben die drei Gymnasiasten das Projekt im Alleingang und ehrenamtlich: von der Laptop-Suche bis zum Aufsetzen.

"Unser Arbeitsaufwand
soll machbar bleiben"

"Wenn es mehr Laptops werden, wird sich das für uns rein zeitlich nicht mehr ausgehen", sagt Hassa. Daher versucht er einerseits, Sponsoren aufzutreiben. Andererseits will er die Schüler, die einen Laptop erhalten, stärker in den Vorgang des Aufsetzens und Installierens einbinden. "Das ist grundsätzlich nicht so schwer", erklärt er. "Außerdem können die Schüler so auch etwas über Computer lernen."

"Unser Arbeitsaufwand soll jedenfalls machbar bleiben", sagt Hassa. Denn die drei müssen neben dem Projekt auch noch den Unterricht verfolgen und für die Schule lernen."

www.freenb.at/kontakt-laptops-spenden