Wien will bekanntlich mit den Corona-Massentests schon am 2. Dezember beginnen. Das hat zumindest Gesundheitsstadtrat Peter Hacker am Donnerstag angekündigt. Dass er damit Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) damit überrumpelt haben soll, wies er zurück. Er habe mit ihr, aber auch mit dem Militärkommandanten und anderen Zuständigen telefoniert, hieß es.

Wer wann und wo getestet wird, konnte man im Büro des Gesundheitsstadtrats am Freitag trotzdem noch nicht beantworten. Das alles sei abhängig vom angekündigten Anmeldesystem des Bundes. Auch die Bereitstellung des für die Massentests erforderlichen Personals sei Bundesangelegenheit bzw. obliege dem Bundesheer. Das sei auch genauso zugesichert worden und auf das verlasse man sich.

Tatsächlich heißt es wörtlich in einem Vortrag an den Ministerrat vonseiten des Bundeskanzleramtes: "Das Bundesheer übernimmt im Rahmen der Assistenz der Gesundheitsbehörden die organisatorische und logistische Abwicklung der Massentests." Aus diesem Grund habe man eben veranlasst, in der Stadthalle, in der Marx-Halle sowie in der Messehalle beim Prater 300 Testlinien nach dem Walk-in-Prinzip zu errichten, sodass an allen Massentest-Standorten zehn Tage lang bis zu 150.000 Personen pro Tag getestet werden können. Die Aufbauarbeiten übernimmt die Wiener Berufsfeuerwehr und sollen am Wochenende beginnen.

"Aber wir stellen nur die Infrastruktur zur Verfügung und unterstützen die Tests gesundheitsbehördlich - so wie es vom Bund gefordert wird", heißt es vonseiten der Stadt. Deswegen könne man der Bevölkerung auch noch nichts Genaues über das Prozedere sagen.

Offene Fragen

Die Standort- oder die Zeitaufteilung der zu testenden Bevölkerung sind aber derzeit nicht die einzigen offenen Fragen, die im Raum stehen. So herrsche nach wie vor Unklarheit darüber, wie die Massentests arbeitsrechtlich abgewickelt werden können. Denn die Tests sollten gleichmäßig über den Tag verteilt werden, um Massenansammlungen zu vermeiden und damit die Teststraße am Ende nicht zu einer Ansteckungsstraße wird. Es müsse daher dafür gesorgt werden, dass die Menschen ihren Arbeitsplatz verlassen können und dürfen, um sich testen zu lassen. Aber auch das seien Fragen, die der Bund klären müsse bzw. bereits längst geklärt haben sollte.

Die drei Standorte würden auf jeden Fall so adaptiert, dass ausreichend Platz vorhanden ist, dass sie gut erreichbar sind bzw. genügend Parkplätze zur Verfügung stehen werden, wird versichert.