In Wien haben am Freitag die Coronavirus-Massentests begonnen und die Wienerinnen und Wiener beteiligen sich offenbar durchaus rege. An den drei Standorten Stadthalle, Messe und Marx-Halle bildeten sich zum Teil beträchtliche Warteschlangen vor den Eingängen. Wirklich lange musste aber sichtlich niemand auf den Einlass warten. So erzählte etwa Martyna C., dass sie bei ihrem Termin in der Marxhalle am Vormittag durch den mit hüfthohem Baugittern aufgebauten Schlangenparkour einfach durchgehen konnte, ohne zu warten. Gleich beim Eingang erhielt sie eine FFP2-Maske zum Aufsetzen, ein Soldat in olivenfarbiger Kleidung und mit Maske und weißen Gummihandschuhen ausgestattet, nahm das mitgebrachte Formular von der Anmeldung entgegen, kontrollierte den Lichtbildausweis, gab die Daten in seinen Laptop ein und klebte anschließend einen Code auf den Anmeldebogen.

Vor den Eingängen gab es Warteschlangen. - © apa/Neubauer
Vor den Eingängen gab es Warteschlangen. - © apa/Neubauer

Mit diesem nahm Martyna C. auf einem der beiden daneben stehenden Wartesessel Platz und ein paar Minuten später kam eine Frau mit Ganzkörperschutzanzug, Maske und Plastikvollvisier, um bei ihr einen Nasenabstrich zu machen. "Sie hat mit dem Wattestäbchen in der Nase einige Sekunden herumgestochert. Das treibt einem schon die Tränen in die Augen, ist nicht angenehm, aber auch nicht schmerzvoll". Das Stäbchen mit der Probe wurde dann auf das Testkit aufgetragen, während Martyna C. zwei Meter weiter zu einer anderen Wartelinie geschickt wurde, wo etwa fünf weitere Personen auf ihre Ergebnisse warteten. Nach etwa zehn Minuten wurde ihr Name aufgerufen, sie bekam ihr nun vollständig ausgefülltes Formular als Kopie mit dem negativen Ergebnis ausgehändigt und durfte der auf dem Boden angebrachten grünen Linie folgen, welche die negativ getesteten Personen bei einem Seiteneingang hinaus führt. "Ich bin allerdings davor zuerst versehentlich der Corona-blauen Linie gefolgt - und bei den mit schwarzen Planen abgetrennten PCR-Checkboxen gelandet, in die ich nicht reinsehen konnte."

90 Minuten vom Anfang zum Ergebnis: Warteschlange vor der Stadthalle am Freitag in Wien. .

Selbes Prozedere am Messegelände

Insgesamt habe alles in allem 20 Minuten gedauert. "Ich war dann schon erleichtert - ich weiß, dass das nur eine Momentaufnahme ist, aber habe jetzt weniger Bedenken, am Wochenende meine Familie zu treffen", so Martyna C.

Am Messegelände herrschte ebenfalls betriebsame Stimmung, wie Thomas S. berichtete: Die Hallen A und C sind am Messegelände in der Leopoldstadt ausgeschildert, gleich am Eingang bekommt man eine FFP2-Maske ausgehändigt. Einchecken mit vorausgefüllter Einwilligungserklärung und E-Card. Soldaten des Jägerbataillons 33 sind in Halle A mit den Tests beschäftigt, "gehen Sie ganz zum Ende der Halle, zur allerletzten Testlinie ganz hinten", lautet die Anweisung. Ankunft bei Testlinie A4X. Die Laufzettelnummer wird von einem Soldaten in den Laptop eingegeben, das Barcode-Etikett mit der Probennummer auf den Laufzettel geklebt.

"Platz nehmen und den Kopf ein wenig nach hinten, bitte" - und schon spürt man, wie das Absstrichstäbchen seinen langen Weg durch die Nase ganz weit hinten zum Rachen nimmt. Dann fühlt es sich so an, als würde das Stäbchen ein paar mal gedreht - vermutlich, um möglichst viel Abtrichprobe zu bekommen. Nach ein paar Sekunden ist die etwas unangenehme Prozedur überstanden. Danach heißt es: Warten auf das Ergebnis. Nach 15 Minuten Warten - man stellt sich punktgenau auf grüne Quadrate, die den vorgeschriebenen Babyelefanten-Abstand am Boden markieren - bekommt man das Ergebnis. Die positive Nachricht des Tages: "Testergebnis negativ."