Ein Aus für die Maskenpflicht an öffentlichen Pflichtschulen hat vor kurzem der Dachverband der Elternvereine gefordert. Auch viele Schüler hatten sich über diese Maßnahme beschwert - "dann lieber gleich wieder Homeschooling", hat es nicht selten geheißen. Lehrer würden oft auf die "Maskenpausen" vergessen, die Kinder klagen über Kopfweh, lautet die Kritik. Kurzum: Eine Maskenpflicht während des Unterrichts stelle eine übermäßige Belastung für Kinder und Jugendliche dar, da dadurch eine Tragezeit von bis zu zehn Stunden täglich keine Ausnahme sei.

Als Alternative hat der Dachverband auf andere Möglichkeiten hingewiesen, um die Virenbelastung der Raumluft gering zu halten. So zum Beispiel eigene CO2-Messgeräte, Lüftungssysteme, oder auch sogenannte Luftwaschanlagen, wie sie etwa in Asien oft verwendet werden, um auch die Verbreitung anderer Krankheiten zu vermeiden.

Maskenpflicht bleibt

Doch Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hält nach wie vor an der Maskenpflicht fest. Das heißt, dass solche Luftreiniger in nächster Zeit wohl kaum Einzug in die Wiener Klassenzimmer halten werden. Allerdings werden nun solche Systeme in den neuen - in der Vorwoche von Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr präsentierten - "fliegenden Lerncafés" installiert, wie am Montag in einer Pressekonferenz bekannt gegeben wurde: Ein niederösterreichisches Unternehmen stellt zumindest für das Café Museum am Karlsplatz zwei Covid-Luftfiltersysteme kostenlos zur Verfügung. Die neuartige Filtertechnologie soll in Innenräumen die Virenlast reduzieren und das Covid-Ansteckungsrisiko minimieren, wie am Montag versprochen wurde. "Wir wissen von zahlreichen Studien, dass die Geräte sehr effektiv sind. Infektionen, die bei einer hohen Virenlast in Innenräumen durch Aerosole auftreten können, werden weitestgehend verhindert", erklärte etwa HKLS-Geschäftsführer Andreas Lehner.

Die Wirksamkeit solcher Filtersysteme sei durch Studien belegt, hieß es am Montag. So wie jene von Joachim Curtius, Professor für Experimentelle Atmosphärenforschung an der Goethe-Universität Frankfurt. In einer Schulklasse mit 27 Schülern wurden eine Woche lang Luftreiniger getestet. Das Ergebnis: Die Menge der Aerosole konnte durch entsprechende Luftfiltersysteme so gesenkt werden, dass sogar in Innenräumen die Ansteckungsgefahr durch hoch infektiöse Menschen stark reduziert wurde, hieß es.

Technisch gesehen wird die Raumluft durch zwei Filter geschickt und damit 99,995 Prozent der Mikropartikel herausgefiltert. Danach durchströmt die Luft ein Photokatalyse-Modul, wo übrig gebliebene Viren und Bakterien zerstört werden. Dies geschieht bei Durchströmung eines Titandioxid-Katalysators, wobei sich ein Oxidationsmittel an den Keimzellen festsetzt. Durch die Bestrahlung mithilfe einer UV-C-Lampe werden die Schadstoffe zersetzt und in Wasserdampf sowie CO2 gespalten, so die Erklärung.

"Aktion kommt gut an"

Das Angebot der Lerncafés werde im Übrigen sehr gut angenommen. "Es ist eine außergewöhnliche Atmosphäre, wie in einer Bibliothek. Es ist mucksmäuschen still", erklärte Irmgard Querfeld, die Betreiberin des Café Museum am Montag. Getränke und Essen dürfen nicht serviert werden, die Jugendlichen können sich aber ihre Jause mitnehmen.

"Die fliegenden Lerncafés sind für alle, die sagen: Ich halt’s nicht mehr aus im Home Schooling", wie Wiederkehr vergangene Woche erklärte. Mit dabei sind das Café Museum, das Café Frauenhuber in der City und "The Legends" (vormals Café Haller) im 3. Bezirk. Plätze müssen über die Buchungsplattform www.book-your-room.at/fliegendes-lerncafe reserviert werden.