Heuer ist alles anders. Zwar werden zu Weihnachten nicht wie zu Ostern alle Gemeindegottesdienste ausfallen und die Priester mehr oder weniger alleine vor TV- und Streaming-Kameras stehen. Trotzdem wird es ein Heiliger Abend und eine Heilige Nacht, wie wir sie bisher noch nicht erlebt haben. Die Plätze in den Kirchen sind limitiert, in der Regel ist eine personalisierte Voranmeldung für die Teilnahme an den Gottesdiensten notwendig, und singen dürfen maximal vier Solisten die unbedingt notwendigen Gesänge, nicht aber die Gemeinde. Das Desinfektionsmittel ist dabei sowieso allgegenwärtig.

Auch für die Diakone (die am Stefanitag 50 Jahre Ständigen Diakonat feiern) wird Weihnachten eine Herausforderung. - © WZ
Auch für die Diakone (die am Stefanitag 50 Jahre Ständigen Diakonat feiern) wird Weihnachten eine Herausforderung. - © WZ

Um trotz der Limitierung der Gottesdienstteilnehmerzahlen eine möglichst große Teilnahme von Gläubigen zu ermöglichen, wird es dafür so viele Weihnachtsgottesdienste geben wie wohl noch nie zuvor. Manche Pfarren bieten am Heiligen Abend sogar zehn oder noch mehr Gottesdienste an (teilweise mit Eucharistiefeier, teilweise als reine Wortgottesdienste). Andere öffnen ihre Kirche am 24. Dezember den ganzen Tag für eine Nonstop-Krippenfeier und spielen zum Beispiel eine vorab aufgenommene zehnminütige stimmungsvolle Andacht über kleine, in der Weihnachtskrippe verborgene Lautsprecher ab. Die Erzdiözese Wien hat eigens dafür eine korrespondierende Weihnachtswebsite eingerichtet, die man mittels QR-Code erreicht. Zu hören und zu sehen sind dort der Text des Weihnachtsevangeliums, gelesen von Kardinal Christoph Schönborn sowie ein "Stille Nacht"-Video des Vokalensembles St. Stephan mit Domkapellmeister Markus Landerer an der neuen Riesenorgel. Außerdem gibt es Tipps für die Weihnachtsfeier zu Hause.

Die meisten Gottesdienste werden zwar schlichter - und gerade dadurch vielleicht auch besinnlicher - ausfallen, die höhere Zahl stellt jedoch eine enorme Herausforderung für Priester, Lektoren, Ministranten, Kommunionhelfer und Mesner dar - und für die vielen Helfer, die etwa als Ordner für die Einhaltung der Corona-Maßnahmen sorgen.

Gottesdienste im TV

Das Angebot der Fernsehgottesdienste wird heuer wohl stärker in Anspruch genommen. Den Anfang macht ein gemeinsamer großer Schülergottesdienst der Erzdiözese Wien im Schulzentrum Sacré Coeur in Preßbaum, der am 22. Dezember um 11 Uhr live auf Servus TV ausgestrahlt wird (und sieben Tage lang unter www.padlet.com/trotzdemweihnachten sowie www.instagram.com/meinplan.at gestreamt wird).

Am Heiligen Abend sendet ORF III um 17 Uhr eine Krippenandacht und um 20.15 Uhr die Christmette mit dem Papst im Petersdom. Am Christtag feiert das weltweit älteste Zisterzienserkloster in Rein (Steiermark) um 10.45 einen Live-Gottesdienst (ORF 2), ehe um 12 Uhr der Papst den traditionellen Weihnachtssegen "Urbi et Orbi" erteilt. Am Stefanitag sendet ORF III um 10.15 ein Hochamt mit Kardinal Christoph Schönborn und Diakonen aus dem Stephansdom zum 50. Jahrestag des Ständigen Diakonats in der Erzdiözese Wien.•(maz)